Königsplatz / Plac Zolnierza Polskiego in Stettin
Auf der Nordseite des Platzes befindet sich ein 1935 vom Stettiner Architekten
Gustav Gauß geschaffenes Gebäude der Städtischen Sparkasse.
Die Städtische Sparkasse Stettin kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1823 war sie als erste Sparkasse Pommerns gegründet worden zum gemeinnützigen Zweck, der ärmeren Bevölkerung sichere und zinstragende Anlage von Ersparnissen zu ermöglichen. Die stetig wachsende Sparkasse war häufig in der Stadt umgezogen, mal war sie am Alten Rathaus sesshaft, dann wieder an der Grünen Schanze. 1935 zog sie in das neu erbaute und imposante, fast 100 Meter lange Gebäude am Königsplatz. Viele Künstler aus Pommern hatten an der Ausgestaltung des Gebäudes mitgearbeitet. Besonders gelobt wurde die lichtdurchflutete Kassen- und Schalterhalle, das repräsentative Herzstück der Sparkasse Stettin. Die Tresoranlagen erstreckten sich über zwei Geschosse und galten als die damals modernsten. Eine Besonderheit gab es in den Toiletten: Wandföhne ersetzten Handtücher.
Neben der Sparkasse waren auch Dienststellen der Stadt in dem Gebäude untergebracht, darunter das Standesamt von Stettin.
Das
unversehrt erhaltene Haus wurde im Jahre 1947 Sitz des
Wojewodschaftskomitees
der Kommunistischen Partei, der Polnischen
Vereinigten Arbeiterpartei. Als Symbol der Parteiobrigkeit wurde es am 16. Dezember 1970 während der Dezemberaufstände von Stettiner
Bürgern in Brand gesteckt. In Stettin kamen während der Unruhen im Dezember 1970 insgesamt 16 Menschen ums Leben. Die Partei nutzte das Gebäude auch nach den Dezemberereignissen weiter und musste es erst 1989 abgeben.
Heute ist das Haus wieder Sparkasse, nämlich im Eigentum der Pommernschen
Kreditbank.
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