Der Hafen von Szczecin / Stettin
Der Hafen von Stettin und die Stadt selbst sind immer
eine Einheit gewesen. Die Stadt ist ohne Hafen genauso wenig
vorstellbar wie umgekehrt. Zahlreiche archäologische Funde belegen,
dass an dieser Stelle schon seit 1500 Jahren Schifffahrt betrieben
wurde. Dennoch hatte der Stettiner Hafen über Jahrhunderte hinweg
lediglich eine regionale Bedeutung.
Die industrielle Revolution bescherte dem Hafen die Entwicklung
zum Großhafen. Seit es möglich war, mit der Eisenbahn zum
Schiff zu kommen, wuchs die ökonomische Bedeutung des Stettiner
Hafens enorm. Zusätzlich wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Kaiser-Wilhelm-Kanal
gebaut, der die flache und gewundene Zufahrt über die Swine ersetzte.
Plötzlich konnten Schiffe mit mehr als sechs Meter Tiefgang den
nahezu hundert Kilometer von der Küste entfernten Stettiner Hafen
erreichen, ideal, um hier Güter umzuschlagen.
Wegen der hervorragenden geografischen Lage wurde Stettin schnell
zu einem der größsten Ostseehäfen und wichtigsten Hafen für Berlin.
Als Stetin polnisch wurde, verkehrte sich der Vorteil wieder in
einen Nachteil. Stettin war innerhalb Polens in die Randlage geraten.
Die Stettiner hafenwirtschaft setzt deshalb große Hoffnungen auf
den Beitritt Polens zu EU. Vielleicht bringt Stettin dann wieder
seinen Vortzeil voll zu Geltung, nämlich einen der modernsten seegängigen
Hafen der südlich Ostsee zu besitzen.
|