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 aktualisiert 04.02.07

 
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Der Stettiner Vulcan

Die Stettiner Werft Vulcan war einst ein Pionier des neu- zeitlichen Schiffsbaus und lange Jahre eine der führenden Werften in Deutschland.

Es hatte damit begonnen, dass die beiden Hamburger Ingenieure Früchtenicht und Brock Stettin als Standort für eine Schiffswerft und Maschinenfabrik wählten. Das erste Schiff der neuen Werft war ein eiserner Raddampfer von 35 Metern Länge für die Haffschifffahrt. Das Schiff mit der Baunummer 1 erhielt den Namen Dievenow und wurde unter primitivsten Bedingungen am Oderstrand erbaut.

Der Stettiner Vulcan
Der Stettiner Vulcan
Photoserie

Nach und nach wurde das Werksgelände erweitert und ausgebaut. Schon früh bildete sich eine Teilung des Geländes in Unterhof und Oberhof heraus. Der Unterhof an der Oder war für den Schiffbau zuständig, während im Oberhof Motoren und Eisenbahnen gefertigt wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden immer größere Docks auf dem Gelände des Unterhofs. Schließlich wurden so große Schiffe mit so großem Tiefgang in Stettin erbaut, dass sie nur mit großer Mühe die flache Oder bis zur Ostsee hinunter kamen.

Die ganz großen Schiffe mussten mit Hilfe von Hebepontons, die an den Seiten der Schiffe angebracht wurden, auf die offene See bei Swinemünde überführt werden. Diese Verfahren war kompliziert und risikoreich, passierte doch hin und wieder trotz größter Vorsichtsmaßnahmen eine Grundberührung.

Um weiter im Großschiffbau tätig sein zu können, gründete der Vulcan im Juni 1909 in Hamburg eine Niederlassung. Schon 1911 wurde Hamburg zum Hauptsitz des Unternehmens, was auch eine Änderung des Namens zur Folge hatte. Ab jetzt hieß es "Vulcan-Werke Hamburg und Stettin, Actiengesellschaft". Die Zahl der Arbeiter und Angestellten stieg stark an. 1870 hatte Vulcan eine Belegschaft von 1.800 Menschen, 1909 arbeiteten bereits 8.000 Arbeiter für Vulcan, Ende des ersten Weltkrieges waren es gar 20.000.

In der Nachkriegszeit schrumpfte der Vulcan wegen des wegbrechenden Kriegsschiffbaus stark. Die zwanziger Jahre führte dann zu einer Trennung der beiden Vulcan-Werke. Wenig später gingen beide Firmen in der "Deschimag", der Deutschen Maschinen Bau AG unter. Mit dem Namen Vulcan verschwand ein großer Name der Schiffbaugeschichte.


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 Die "Kaiser Wilhelm der Große"
 

Mit dem Bau des Schnelldampfers Kaiser Wilhelm der Große Ende des 19. Jahrhunderts trug der Vulcan die inoffizielle Krone des Schiffsbaus. Als erstes deutsches Schiff erreichte der Vierschornstein- Schnelldampfer Kaiser Wilhelm der Große im Jahre 1897 das überaus begehrte Blaue Band als schnellstes Atlantikschiff. Es galt zu seiner Zeit nicht nur als schnellstes sondern auch als größtes Schiff der Welt.

Ein Stapellauf eines solchen Riesen- dampfers wurde für die Stettiner immer zu einem Volksfest. Alles, was an Ausflugsdampfern und Verkehrsschiffen aufzutreiben war, wurde am 04.05.1897 vollbesetzt mit neugierigen Schau- lustigen die Oder hinab geschickt, damit der Stapellauf aus nächster Nähe betrachtet werden konnte. Nach den Überlieferungen waren bei der Kaiser Wilhelm der Große etwa 30.000 Zuschauer anwesend, als der 200-Meter-Koloss im spitzen Winkel zur Oder in das Wasser glitt. Übrigens unter den Augen des Kaisers persönlich, den man als Taufpaten des Schiffes gewonnen hatte.

Das Ende der Kaiser Wilhelm der Große kommt 1914, als es - umfunktioniert zu einem Hilfskreuzer im ersten Weltkrieg - an der westafrikanischen Küste auf das britische Kriegsschiff H.M.S. Highflyer stößt. Der ungleiche Kampf endet nach 90 Minuten, als dann den Deutschen die Munition ausgeht, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Schiff zu versenken.

Noch einem weiteren Schiff des Vulcan sollte es gelingen, das Blaue Band zu erringen. Der Schnelldampfer Kronprinz Wilhelm war Inhaber des Blauen Bandes im Jahre 1902.