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Szczecin / Stettin: Berühmte Stettiner
Das wohl berühmteste Kind Stettins ist Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst,
geboren in Stettin am 2.05.1729. Noch als Kind im Alter von 15 Jahren
begibt sie sich nach Russland, um zu heiraten. Einbringen soll ihr
die Heirat Großfürsten Peter Fjodorowitsch und Thronfolger der russischen
Zarin Elisabeth die russiche Krone. Sie konvertiert zum russich-orthodoxen
Glauben und lernt die russische Sprache. In ihren Memoiren schreibt
sie: "Ich wollte Russin sein, um von den Russen geliebt zu werden.".
Katharina läßt die Demütigungen ihres Gatten und der Zarin Elisabeth
über sich ergehen. 1762 wird mit ihrer Billigung ihr Mann Zar Peter
III ermordet und sie selbst wird die russische Herrscherin mit einem
unerschütterlichen Willen zur Macht. . Von nun an wird sie Katharina
die Große genannt. Am Ende ihrer Herrschaft nach 34 Jahren hat
sie Russland zur europäischen Großmacht verholfen.
Unzählige Legenden und Liebschaften werden Katharina angedichtet.
Katharina liest Montesquieu, Voltaire und studiert die Schriften
der französischen Enzyklopädisten, deren Ideen in ihre späteren
Reformpläne einfließen. Dennoch: geherrscht hat Katharina mit eiserner
Hand. Sie stirbt am 17.11.1796 in Zarskoje Jelo.
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| Leon Jessel:
Komponist |
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Der
Stettiner Kapellmeister Leon Jessel (geboren 22.1.1871 in Stettin,
gestorben 4.1.1942 in Berlin) komponierte die Musik zur Operette "Schwarzwaldmädel".
Jessel, der mit vielen Operetten eine Reihe popuärer Unterhaltungsmusiken
schrieb, starb im Jahre 1942 an den Folgen seiner Inhaftierung durch
die Gestapo. Jessel war ein Nazi-Opfer wider Willen, hatte er sich
doch in den dreißiger Jahren bereitwillig den Nationalsozialisten
als Hofkomponist angedient. |
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| Heinrich
George: Schauspieler |
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Ebenfalls
Stettiner ist der Schauspieler und Regisseur Heinrich George
(geboren 9.10.1893, gestorben 26.09.1946). Nach dem Schauspiel- unterricht
in Stettin spielte er zunächst auf den Bühnen seiner Heimatstadt,
ab 1922 auch in Berlin. In den zwanziger Jahren war George Kommunist,
wandelte sich jedoch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten
zum bereitwilligen Unterstützer der neuen Ideologie. Er spielte Hauptrollen
in notorischen Propagandafilmen wie "Hitlerjunge Quex" und
"Jud Süß". Nach dem Krieg steckten ihn die Russen in das
ehemalige KZ in Sachsenhausen, wo er achtzehn Monate nach Kriegsende
an Blinddarmentzündung starb. |
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| Alfred Döblin:
Autor |
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Der
Autor Alfred Döblin wurde am 10.08.1878 in Stettin geboren.
Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, siedelten die Döblins
nach Berlin um. Der Roman "Berlin Alexanderplatz" macht
Döblin zu einem der bekanntesten Autoren der Weimarer Republik. Einen
Tag nach dem Reichstagsbrand emigriert der von den Nazis als "Asphlatliterat"
bezeichnete Döblin nach Paris. Er flieht weiter .über Portugal in
die USA. Alfred Döblin stirbt am 28.06.1957 in Emmendingen. |
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| Rudolf Levy:
Maler |
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Levy wurde am 15.7.1875 in Stettin als Kind orthodoxer Juden geboren.
Über Danzig, Karlsruhe, München kommt Rudolf Levy nach Paris,
wo er bei Matisse Malerei studiert und zeitweilig gar dessen Malschule
leitet. Im ersten Weltkrieg zog Ley als Freiwilliger gegen sein
geliebtes Frankreich. Im Krieg ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz
wurde Levy Opfer des Nationalsozialsimus, seine Bilder wurden aus
den Museen entfernt. Levy starb im Januar 1944 auf einem Transport
jüdischer Gefangener von Florenz nach Carpi bei Modena.
Das Schicksal Rudolf Levys und seiner Familie wird in der Erzählung
"Ascher Levys Sehnsucht nach Deutschland" von Roman Frister
beschrieben. Sehr zu empfehlen!
Roman Frister:
Ascher Levys Sehnsucht nach Deutschland
1999 (Siedler Verlag) Berlin
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