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   aktualisiert 14.01.07
 
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Die Kirche zu Hof

Wer hat nicht schon von dem tragischen Geschick jener alten Kirche am hinterpommerschen Strande gehört, welche gegen die Wogen der See Jahrhunderte hindurch gierig anstürmten, ihr immer näher du näher rückten, um ihr endlich das Grab in der salzigen Flut zu graben! Die Tragödie von Vinetas sagenumwobenem Untergang spielt sich dort in unseren Tagen aufs neue ab, und Hunderte von Zuschauern eilen alljährlich herbei, betrachten stumm und staunend das grausige Werk des Meeres und tragen die Mär von der alten Kirche zu Hof weit über Pommerns Grenzen hinaus.

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Auch mich zog es im Sommer 1887 von Dievenow aus hin nach dieser Stätte. Bei leichtbewegter See führte mich mein Weg immer nach Osten und am Strande entlang dem Leuchtturme von Horst entgegen. Die Flachküste mit ihrem kümmerlichen Kiefernbestande bot des Interessenten wenig genug. Nur zahlreiche "Strandläufer" nahmen meine Aufmerksamkeit in Anspruch. Sie liefen beharrlich vor mir her, erhoben sich, sobald ich ihnen zu nahe kam, schossen mit breitem Flügelschlag einige hundert Schritte vor mir dahin, ließen sich piepsend nieder, um das alte Spiel wieder von vorne anzufangen. Dabei hatte sich die Szenerie am Strande unversehens verwandelt. An Stelle der bewaldeten Flachdünen waren haushohe, steile Lehmufer getreten, an denen sich hie und da einige Büschlein Mauerpfeffer ängstlich festzuhalten schienen, und von deren Rändern goldgelbe Ähren zu mir herniedernickten. Dem sich lang hinziehenden Kornfelde mit den Blicken folgend, sah ich dort am Ende desselben ein hohes schwarzbraunes Gemäuer hervortauchen, zu dem mich bald eine in das harte Lehmufer eingehauene Treppe hinaufführte. Da stand sie nach vierstündiger Wanderung vor mir, die alte Kirche zu Hof, und wehmütig verlor ich mich in ihre Betrachtung.

Bei mittlerer Größe von Westen nach Osten gerichtet und im Kirchbaustile der baltischen Architektur aus gebrannten Ziegelsteinen ausgeführt, schauen die vom Alter geschwärzten Mauern ernst und düster von hohem Dünenrande ins sonnige Land hinaus. Turm und Dach und decke des alten Gotteshauses sind eingestürzt und abgetragen. Durch seine hohen Bogenfenster zieht der Wind, und "Regen und Sonnenschein können von oben und überall herein". Von dem schlanken, gotischen Portale aus betritt mein Fuß das Innere des heiligen Raumes, der jeglichen Schmuck entkleidet, die Spuren des Verfalls noch stärker zutage treten läßt. Aber auch hier blüht neues Leben aus den Ruinen; denn ein dichter Rasenteppich hat die Steinfliesen des Fußbodens überzogen, und dort an den fünf Fenstern des prächtigen Chores streben einige Holunderstämmchen kräftig dem Lichte zu. Ich trete wieder ins Freie, und meine Blicke schweifen in die Umgebung des Kirchleins. Tief unten die leise sich wiegende See im schimmernden Sonnenschein, dicht neben der Ruine hier oben das demselben Schicksal entgegenstehende alte Schulhaus mit seinen rosenumrankten Fenstern und dort oben, etwas landeinwärts, das Gutsdorf Hof im Schatten uralter Kastanien und mit seiner schmucken, neuen Kirche! Und dazu ruht eine Stille und ein Gottesfrieden auf dem allen, als sei ein ewiger Friede geschlossen, als könne das Meer nie wieder erbarmungslos seinen Tribut fordernd gegen die unbewehrten Ufer stürmen.

 

Es wird noch pathetischer!
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 Die Kirche von Hoff / Trzesac

 


 

 


Hier sehen Sie eines der ältesten Außenaufnahmen der Kirche von Hoff.

 
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