Über das Lehen Poberow
Pastor Kummroh aus Hoff an der Ostsee im Jahr 1914
Poberow ist ein altes Kleistsches Lehen. Es blieb
in den Händen dieser Familie, bis der letzte Sproß derselben, Ludwig
Leopold Georg von Kleist, am 23. Januar 1772 als Page in Berlin
starb. Seine Mutter verkaufte es später an den Landrat von Kleist.
Nach einigen Jahren übernahm es ein Herr Paris, von dem es wieder
in die Hände eines Herrn von Kleist überging. Von diesem erwarb
es im Jahre 1789 Herr Rickmann, bisher Pächter in Poberow, für 22
000 Taler; er hinterließ es nach seinem 1810 erfolgten Tode seinem
jüngsten Sohn Carl David, dessen Sohn Hugo der letzte Besitzer aus
dieser Familie war. Nach seinem frühen Tode – er starb am 5. März
1895 im Alter von 46 Jahren – wurde es einige Monate für seine fünf
Kinder verwaltet und dann am 1. Januar 1896 an den gegenwärtigen
Besitzer, Herrn Robert Krause verkauft. Poberow hat mit den ihm
am Strande benachbarten Dörfern wegen seiner niedrigen Lage viel
guten Acker durch Versanden des Meeresufers verloren. Im Jahre 1886
hatte es außer der Herrschaft noch vier Bauern, am Beginn des vorigen
Jahrhunderts nur noch drei.
Die Separation der Bauern und Gutsherrschaft fand zu
Marien 1820 statt. Die drei Bauern und ein Kossät wurden westlich
vom Gut aufgebaut und bilden seither die Gemeinde Klein-Poberow,
während das Rittergut den Namen Groß-Poberow erhielt. Pastor Dewitz
fand bei seinem Amtsantritt 1806 in Poberow noch eine Kapelle vor,
die einen kleinen Turm und auch Glocken gehabt hatte. Diese Kapelle
hatte Ewald von Kleist wenige Jahre vor Anregung der Pfarrmatrikel
(1594) erbaut. Der Pastor von Hoff hatte dort vierteljährlich einmal
zu predigen, wenn die Herrschaft zum Abendmahl ging. Dafür erhielt
der Geistliche 9 Gulden. Mit dem Tode des Leutnants von Kleist 1751
hörten die Gottesdienste dort auf. Dewitz fand die Kapelle ganz
verfallen vor; sie diente als Strohstall und wurde 1820 abgebrochen.
Sic mutandur tempora – fügt er sinnend dieser Nachricht hinzu, d.h.
"so ändern sich die Zeiten!" Während der Freiheitskriege war in
Poberow lange Zeit ein französisches Kommando stationiert. Als erster
interimistischer Lehrer in Poberow wird Stroede (1821) genannt,
der zugleich Kossät dort war.
Quelle siehe rechte Spalte.
zurück zum Kopf der Seite!
|