Günther Eich in Poberow / Pobierowo
Am 7. Januar 1933 - also drei Tage vor der Machtergreifung
- kauft sich Günther Eich ein Haus in Poberow an der Ostsee. Auf
Kredit, denn der noch nicht dreißigjährige Eich hatte bis zu diesem
Zeitpunkt nur wenig veröffentlicht. Ein Großteil seiner Autorenhonorare
waren lediglich drei Beiträge fürs Radio. Nun ist er aber durch
den Hauskauf auf eine Weise finanziell verpflichtet, die er schon
bald später verfluchen wird.
Nach 1933 macht Eich beim Rundfunk Karriere. Die bei
weitem beliebteste und bekannteste Rundfunkarbeit Eichs wird die
mit 75 Sendungen umfangreichste Funkserie des dritten Reichs, der
"Deutsche Kalender. Monatsbilder vom Königswusterhäuser Landboten",
die von 1933 bis 1940 zur besten Sendezeit läuft.
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| Günther Eich (rechts) mit Schriftstellerkollege
Peter Huchel vor der "verfluchten Villa" in Poberow. |
Eich ist bald wegen des Hauskaufs derart abhängig vom
"Königswusterhäuser Landboten", daß er diese Sendung nicht abgeben
konnte, auch wenn er mehrmals den Anlauf dazu nimmt. Zwei Monate
nach Beginn der Reihe schreibt er:
"Den Königswusterhäuser Landboten mache ich übrigens
mit Martin. Ich habe es schon so satt - aber bei diesen Zeiten.
(...) Ich habe es so satt und will für mich arbeiten. O diese verfluchte
Villa an der Ostsee!" ((25.11.1933).
In Poberwo hält sich Eich so oft wie möglich auf und
hat auch Autorenfreunde dort zu Gast - zum Beispiel Peter Huchel
mit Familie.
Hier entsteht unter anderem das verschollene Hörspiel:
Gespräche am Strande
Ein kleiner Ostseeführer
Erstsendung 1.8.1934
Reichssender Breslau
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