Kolberg / Kolobrzeg
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 aktualisiert 14.01.07

 
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Kolberg  / Kolobrzeg

Salz - Kolbergs mittelalterlicher Reichtum

Kolberger Salz ist schon seit sehr langer Zeit nachweisbar und schon früh entwickelte sich eine Salzstraße von Kolberg über Bromberg und Posen nach Ungarn und weiter bis ans Schwarze Meer. Die Gilde der Salzsieder gründete sich in Kolberg im Jahre 1300. Ihre Blütezeit erlebten die Kolberger Salzsieder und -händler im 16. Jahrhundert. Bis dahin nahm die Salzsiederei einen rasanten Aufschwung.

Altes Wappen von Kolberg mit den beiden gekreuzten Salzhaken.

Noch im 12. und 13. Jahrhundert hatten nur die Kirchen und Klöster das Recht, Salz zu sieden. Nach und nach übernahmen dann Bürger die sogenannte Salz-Gerechtsame. Im Jahre 1450 arbeiteten 36 Siedehütten in Kolberg.

1701 wurde auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm I. ein Salzgradierwerk errichtet. Das auf dem linken Persanteufer entstehende Werk wurde im Siebenjährigen Krieg häufig zerstört und wieder neu aufgebaut. 1801 wurden die Kolberger Saline und die Gerechtsame vom Preußischen Staat gekauft. Die Saline Kolberg war die einzige Saline Preußens.

Ab 1860 entdeckte man die heilende Kraft der Sole und der Weg für eine medizinische Nutzung wurde frei. Es entstanden bald Badehäuser, in der die Sole verabreicht wurde. Heute ist Kolberg ein Seebad, dazu ein Moor- und Solebad. Der hohe Eisengehalt der Sole verspricht bei vielen Leiden Linderung.

Die Kolberger Sole hat einen Salzgehalt zwischen 2,3 und 5,1 Prozent.


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 Das Salzdenkmal
  Um an die lange Geschichte Kolbergs als Salzstadt zu erinnern, wurde zu Tausendjahrfeier im Jahre 2000 ein Salzdenkmal eingerichtet. Sie besteht aus einem kleinen Gradierwerk, einem Springbrunnen mit sprudelnder Sole, einem Brunnen und einer kleinen Trinkhalle, in der Mineralwasser ange- boten und in Salzpfannen hergestelltes Salz verkauft wird.
 
 Salzkaufleute: Herren der Stadt
 

Die ersten Familien Kolbergs waren stets die Salzherren. "Die vornehmsten Geschlechter sind jene, die sich in den uralten Besitz der Salzvorkommen teilen, so wie in Lüneburg, Halle, Hallein, Hallstatt oder Ischl. Diese alte ehrenvolle Tradition war so bedeutsam, daß man sie später berühmt gewordenen Familien sogar andichtet. Die Schlief oder Schliefen, die im fünfzehnten Jahrhundert durch tatkräftige Bürgermeister zur ersten Familie der Stadt aufstiegen, fehlen in der Liste der frühesten Salzherren, aber die Sage läßt sie in wendischen Zeiten und in den Zusammenhängen des ältesten Salzhandels auftauchen." (Zitat aus: Bogislaw von Archenholz: Bürger und Patrizier, Frankfurt am Main 1970, S. 225.

 
 Altes slawisches Handwerk Salzsieden
  Die Salzgewinnung ist ursprünglich eine Kunst, die von slawischen Völkern der damaligen Zeit perfekt beherrscht wurde. Teilweise bis in die Neuzeit bedienten sich die deutschen Lehrlinge der Salzsiederkunst der slawischen Nomenklatur.