Kolberg / Kolobrzeg
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 aktualisiert 14.01.07

 
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Kolberg  / Kolobrzeg

Joachim Nettelbeck - Seefahrer, Sklavenhändler, Bierbrauer und Patriot

Joachim Nettelbecks in vielfachen Auflagen erscheinende Autobiographie beginnt mit den Sätzen:

"Am 20. September 1738 ward ich zu Kolberg geboren und bekam den Taufnamen Joachim. Sobald ich habe lallen können, stand mein Sinn darauf, ein Schiffer zu werden. Aus jedem Holzspan, aus jedem Stückchen Baumrinde, das mir in die Hand fiel, schnitzte ich kleine Schiffchen, rüstete sie mit Segeln von Federn oder Papier aus und ließ sie in Rinnsteinen, auf Teichen oder gar auf der Persante schwimmen."

Joachim Nettelbeck
Bild vergrößern!Joachim Nettelbeck
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Er brennt als Elfjähriger bei der ersten Gelegenheit durch und fährt zur See, wird bald erfahrener Seemann und preußischer Schiffskapitän - für Hinterpommern fast ein Weltmann. Er ist auf Sklavenschiffen in Afrika und Amerika unterwegs, aber auch als Kapitän mit dem eigenen Schiff innerhalb Europas und sogar als Fischer auf dem Stettiner Haff, bevor er sich wieder in Kolberg niederlässt und wie sein Vater Brauer und Branntweinbrenner wird.

Anfang des 19. Jahrhunderts ist Nettelbeck zwar wegen seiner Rechthaberei und Arroganz nicht sehr beliebt aber als Mitglied der Stadtältesten von Kolberg ein geachteter Mann. Da stehen Anfang 1807 plötzlich die Truppen Napoleons vor den Toren Kolbergs. Nettelbeck, damals schon fast ein alter Mann, gerät in Widerspruch zum Kommandeur der Verteidungstruppen Lucadou. In Eingaben an den König betreibt er die Ablösung Lucadous. Der Oberkommandierende Kolbergs, Major Gneisenau, bindet Nettelbeck in die Verteidigung der Festung ein und macht ihn zum Chef des Feuerlösch- und Überschwemmungswesens. Anfang Juli befindet sich die Festung Kolberg kurz vor dem Fall, als der Frieden von Tilsit geschlossen wird und damit auch die Kriegshandlungen an der Festung Kolberg beendet sind.

Die Memoiren Nettelbecks, die 1823 erscheinen, finden in ganz Deutschland eine begeisterte Leserschaft. Nettelbecks Erfolgsautobiographie wird vielfach nachgedruckt und auch heute noch gelesen. In Preußen wurde Nettelbeck gefeiert als Vorbild eines opferfreudigen und Gemeinsinn-orientierten Bürgers. Im Nazi-Deutschland wird Nettelbeck durch den Film Kolberg vollends zum Mythos.


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 Joachim Nettelbeck
  1738 Joachim Nettelbeck wird am 20. September als Sohn eines Branntweinbrenners in Kolberg geboren
  1750 Der elfjährige Joachim entwischt seinem Onkel in Amsterdam und nimmt an einer Seereise nach Surinam teil.
  1757 Nettelbeck ist auf der Flucht vor preußischen Werbern.
  1762 Nettelbeck heiratet. Die Ehe wird 1775 geschieden.
  1774 Nettelbeck gibt die Seefahrerei auf und wird Brauer und Branntweinbrenner in Kolberg.
  1799 Nettelbeck heiratet erneut. Kurze Zeit später geht auch diese Ehe in die Brüche.
  1805 Joachim Nettelbeck wird zum Segelhausältesten von Kolberg ernannt. In dieser Eigenschaft ist er Mitglied des preußischen Seegerichts und Königlicher Schiffsvermesser.
  1810 Joachim Nettelbeck wird Kolberger Ratsherr.
  1814 Nettelbeck heiratet ein drittes Mal.
  1824 Joachim Nettelbeck stirbt in Kolberg am 29. Januar.
 
 Nettelbeck rettet den Kolberger Dom
  Wie der berühmte Joachim Nettelbeck einmal heldenhaft den Brand des Kolberger Domturms löschte. Weiter!
 
 Nettelbeck bei Gutenberg
 

Ein recht kurze Version seiner Lebensbeschreibung "Des Seefahrers Joachim Nettelbeck höchst erstaunliche Lebensgeschichte von ihm selbst erzählt" finden Sie im Gutenberg-Projekt:

Nettelbeck im Gutenberg-Projekt