Kolberg / Kolobrzeg
 Kolobrzeg Startseite
 Karte von Kolberg
 Wie kommt man hin?
 Kreis Kolberg
 Unterkunft in Kolberg
 Überblick
 Sehenswürdigkeiten
 Überblick
 Der Kolberger Dom
 Freizeit und Fitness
 Überblick
 Radtouren + Tipps
 Ausflugstipps
 Angeln
 Geschichte Kolbergs
 Überblick
 Berühmte Kolberger
 Service
 Kolberg-Postkarten
 links zu Kolberg
 Wichtige Adressen
 sitemap  Suche  A-Z
 Andere Reiseziele
 Danzig / Gdansk
 Stettin / Szczecin
 Insel Wolin
 Pobierowo
 Kaschubien
 ostsee-urlaub-polen
 Home
 mail
 Impressum

 aktualisiert 14.01.07

 
Sie sind hier: Home - Kolberg - Geschichte - Kolberger Geld
Kolberg  / Kolobrzeg

Kolberger Geld

Notgeld Kolberg 1917
Bild vergrößern!Notgeld 1917 - 10 Pf. von vorn
Bild vergrößern!
Notgeld Kolberg 1917
Bild vergrößern!Notgeld 1917 - 25 Pf. von vorn
Bild vergrößern!
Notgeld Kolberg 1917
Bild vergrößern!Notgeld 1917 - 50 Pf. von vorn
Bild vergrößern!
Notgeld Kolberg 1917
Bild vergrößern!Notgeld 1917 - 50 Pf. von hinten
Bild vergrößern!

Im Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland einen empfindlichen Mangel an Schwermetallen aller Art. Da bei der Herstellung von Waffen große Mengen Metall notwendig war, begann man kurzerhand, die aus Kupfer und Nickel bestehenden Scheidemünzen zu fünf und zehn Pfennigen einzuziehen, einzuschmelzen und aus dem so erzeugten Metall Waffen zu bauen.

Die Folge war ein großer Mangel an Kleingeldmünzen, der das wirtschaftliche Leben im Kriegsdeutschland erlahmen ließ. Bald setzten sich Städte und Kommunen in ganz Deutschland über das staatliche Ausgabemonopol von Geld hinweg und brachten in eigener Regie Kleingeldscheine heraus, um den Geld- und Wirtschaftsverkehr aufrecht zu erhalten.

Auch in Kolberg wurden im Jahre 1917 zwei Kleingeld- serien herausgebracht. Links im Bild sehen Sie die zweite Kleingeldserie des Jahres 1917 mit den Werten "10Pf.", "25 Pf." und "50 Pf.". Zur Ausgabe gelangte diese Serie jedoch erst 1920, wahrscheinlich deshalb, weil die erste Kolberger Kleingeldserie aufgebraucht war. Die Auflage der zweiten Kolberger Kleingeldserie von 1917 beläuft sich auf vermutlich 150.000 Stück bei dem 10-Pfennig-Schein, 40 bis 50.000 Stück beim 25-Pfennig-Schein und 75.000 Stück bei dem 50-Pfennig-Schein. Scheine dieser Serie lassen sich übriegns relativ leicht und günstig bei ebay ersteigern. Fast alle Scheine dieser Serie sind jedoch tatsächlich in Benutzung gewesen, das heißt, sie sind teilweise recht stark verschlissen.

Bild vergrößern!Serienschein Kolberg 1921
25 Pf. Rückseite
Bild vergrößern!
Bild vergrößern!Serienschein Kolberg 1921
50 Pf. Rückseite
Bild vergrößern!
Bild vergrößern!Serienschein Kolberg 1921
75 Pf. Rückseite
Bild vergrößern!

Ganz anders verhält es sich bei der zweiten hier abgebildeten Serie aus dem Jahre 1921. Die Scheine, die in dieser Periode heraus- gegeben wurden, hatten keinen Notgeldcharakter mehr, das heißt, sie waren praktisch nie in Umlauf. Stattdessen waren sie eine Art Werbeträger für Kolberg. Nun sind die Scheine ansehnlicher gestaltet und heben die touristischen Vorteile des See-, Sole- und Moorbades Kolberg hervor.

Der "25-Pfennig-Schein" der hier abgebildeten Serie zeigt das Kolberger Familienbad mit einer Gruppe Badender. Der "50-Pfennig-Schein" hat den Titel "Hafeneinfahrt" und der größte Schein bildet ein Gradierwerk ab, um für Kolberg als "Heilbad für Nervenkranke, Skrufulöse und Rheumatiker" zu werben. Alle drei Scheine dieser Serie hatten eine Auflage von je 100.000 Stück.

 

 

Um die Vorder- und Rückseiten der Kolberger Notgeldscheine zu betrachten, klicken Sie bitte auf die Abbildungen.

 

Literaturhinweis:
Karl-Christian Boehnke: Die Notgeldscheine aus Kolberg und Körlin - Zeugnisse aus der deutschen Geschichte zweier Städte in Pommern, Verlag Peter Jancke, Hamburg 2005
ISBN 3-927996-34-3


nach oben
 
 
 
 Das Notgeld der Festung Kolberg
 

Ein Notgeld im echten Sinne wurde im Jahre 1807 während der Belagerung der Truppen Napoleons eingeführt. Der Wirtschafts- und Geldverkehr zu anderen Städten war durch die Belagerung abgeschnürt. Es bestand insbesondere in kleiner Münze ein großer Geldbedarf.

Die Geldnot war so groß, dass mehrere Soldaten gemeinsam mit einem damals nicht sehr geliebten Preußischen Tresorschein ausbezahlt wurden. Als ein Kolberger Kaufmann die Annahme des Scheines verweigerte, musste der Senat handeln.

Da kein Kolberger die Kunst des Münzprä- gens be- herrschte, entschied man sich zur Einführung einer Papiergeldwährung. Dazu beklebte man Pappkartons mit Papier und beschriftete das so entstandene Geld mit schwarzer (2 Groschen), blauer (4 Groschen) und roter Tinte (8 Groschen).

Jeder Schein hatte eine Registrier- Kontrollnummer und war vom Bürgermeister Harder, weiteren Bürgerrepräsentanten sowie einem Kontrolleur unterschrieben. Auf der Rückseite wurde das Gouvernementssiegel abgeschlagen. Auf diese Weise kamen etwa 29.000 Scheine zu einem Gesamtbetrag von 5.200 Preußischen Talern in Umlauf. Die Kolberger Notgeldscheine von 1807 hatten Zwangscharakter, das heißt, dass Jedermann zur Annahme eines Kolberger Notgeldscheins verpflichtet war.

 
 2-Zloty-Münze mit Kolberg-Motiv
 

Seit 2005 werden in Polen sehr schöne Sonder- münzen in nordischem Gold heraus- gegeben. Auf ihnen werden historische Städte gewürdigt, von denen viele eine deutsche bzw. österreichische Geschichte haben.

Am 19.10.2005 wurde auch eine Münze mit Kolberger Motiv in Umlauf gebracht. Die Vorderseite zeigt den polnischen Adler über einem Stadttor, während die Rückseite das Wahrzeichen der Stadt Kolobrzeg - den Kolberger Leuchtturm - abbildet.