Der Nazi-Durchhaltefilm "Kolberg" von 1943/44
Deutschland im Jahre 1943. Die Hitlerarmeen stehen am Wendepunkt.
Die Schlachten bei Stalingrad und Tunis sind verloren, der U-Boot-Krieg
im Nordatlantik wird nach schweren Verlusten und großen Misserfolgen
abgebrochen. Dem Luftkrieg über Deutschland fallen viele Zehntausend
Menschen zum Opfer.
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| Heinrich George als "Nettelbeck"
in einer Drehpause in Kolberg |
In dieser Situation befiehlt Reichspropagandaminister Joseph
Goebbels, einen UFA-Großfilm Kolberg herzustellen. Am
Beispiel der Verteidigung Kolbergs gegen die Franzosen 1807 soll
gezeigt werden, "...dass ein in Heimat und Front geeintes Volk
jeden Gegner überwindet".
Veit Harlan, Star-Regisseur des Dritten Reichs und mit Filmen
wie "Jud Süß" und "Der große König" ausgewiesener
NS-Propagandafilmer und antisemitischer Hetzer, erhält von Goebbels
den Auftrag. Harlan inszeniert den monumentalen Farbfilm, die Oberregie
aber führt Goebbels. Mehrfach wird das Drehbuch auf Goebbels Intervention
umgeschrieben.
"Kolberg" wird in den UFA-Studios in Potsdam Babelsberg
gedreht. Die Außenaufnahmen fanden am Originalschauplatz Kolberg
sowie in Königsberg und Berlin statt. Es wird ein Starensemble engagiert.
Unter anderem stehen Heinrich George als Nettelbeck, Horst
Kaspar als Gneisenau, Kristina Söderbaum als Anna, Irene von Meyendorff
als Königin Luise und weitere bekannte Darsteller der damaligen
Zeit auf der Besetzungsliste.
Die Uraufführung des Films findet am 30. Januar 1945 statt, gleichzeitig
in der belagerten Atlantikfestung La Rochelle sowie in Berlin. An
diesem 12. Jahrestag der Machtergreifung soll noch einmal an den
Durchhaltewillen der Deutschen appelliert werden. Aber am 30. Januar
steht die Rote Armee bereits 60 Kilometer vor Berlin. Bis Kriegsende
im Mai kommt der Film nur noch in wenige Kinos.
Nach dem Krieg bleibt der Film lange unter Verschluss. In seiner
Originalfassung wird der Film erst im März 1998 wieder bei Arte
im Rahmen eines Themenabends "Heinrich George" gezeigt.
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