Kolberg / Kolobrzeg
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 aktualisiert 14.01.07

 
Sie sind hier: Home - Kolberg - Geschichte - Kolberger Dom nach 1945
Kolberg  / Kolobrzeg

Der Kolberger Dom nach 1945

Im Mai 1945 - Kriegsende - ist der Kolberger Dom eine Ruine; der Turm ist ausgebrannt, das Kirchenschiff eingestürzt. Es folgt eine Odyssee, bis das Haus 1985 als Kontathedrale geweiht wird.

Der Kolberger Dom Anfang der 50er. Eine eingestürzte Haupthalle und ein nackter Turm

Erste provisorische Sicherungsarbeiten wurden Ende 1945 durchgeführt. Aber schon Anfang der 50er Jahre setzte sich mancherorts die Überzeugung durch, dass es besser sei, die Ruine abzureißen. Andere Kolberger widersprachen dem scharf und plädierten für einen Erhalt der Kirche. Die Domruine war zeitweise ein Selbstbedienungsladen für Baumaterial. Niemand schien recht zu wissen, wie es mit der Kirche weitergehen sollte.

Kirchenarchäologische Untersuchungen in der Ruine ergaben, dass einst an der Stelle des Presbyteriums eine noch ältere Kirche stand.

Einen kleinen Zwischenerfolg konnte die polnische katholische Kirche erringen, als 1957 das Presbyterium an die Pfarrgemeinde übergeben und wieder als Gotteshaus genutzt wurde.

1966 wurde im wiederaufgebauten Turm des Doms das Museum für polnische Waffen eröffnet. Vom Erdgeschoss bis zum dritten Stock wurden Einzelausstellungen zum Krieg Hitlerdeutschlands gegen Polen sowie zum Pommern-Wall und weiteren historischen Kriegen gezeigt. Aus dieser Zeit stammt der bis heute genutzte Fahrstuhl im Kirchturm.

1972 wurde von der katholischen Kirche eine Diözese Kolberg - Köslin gegründet. in Anknüpfung an die Bistumsgründung im Jahre 1000. Die Kolberger Kirche bekam den Rang einer Konkathedrale.


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 Die Schlieffenkrone im Kolberger Dom
 

Die Schlieffenkrone, ein bemalter und ungewöhnlich verzierter Holzleuchter, den die Familie Schlieffen der Kolberger Gemeinde im Jahre 1523 stiftete.

 

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 Pastor Paul Hinz und der Dom
 

Paul Hinz, im Jahre 1899 im pommerschen Polzin geboren, studierte Theologie an der Universität Greifswald und wurde 1930 Pastor am Kolberger Dom.

Schon bald wurde er von den Nazis verfolgt und bekam 1934 nach einer Verhaftung ein Predigerverbot auferlegt.

1936 gab Hinz ein Buch über die Geschichte des Kolberger Doms mit einer Reihe von wertvollen Aufnahmen heraus.

Als 1945 das Kriegsinferno nahte, sorgte Hinz dafür, dass vier Kronleuchter - darunter auch die Schlieffenkrone (siehe oben) -, eine Pieta und sechs wertvolle Bilder in einer Nische der Kirche eingemauert wurden. Andere wertvolle Stücke des Kolberger Doms wurden auf seine Veranlassung in Dorfkirchen der Umgebung zwischengelagert, ein Taufbecken, Leuchter und Flügelaltäre. Obwohl auf diese Weise nur ein kleiner Teil der Kolberger Kirchenschatzes gerettet wurde, so strahlen diese Kultgegenstände heute umso heller im wiedererrichteten Dom.

Ende 1945 reiste Pastor Hinz mit seiner Familie nach Deutschland aus. In seine Stadt Kolberg kam Hinz 1974 zurück, als er an einem Gottesdienst teilnahm. Der Retter des Kolberger Kirchenschatzes und spätere Superintendent von Halberstadt Paul Hinz starb im Jahre 1988.