Gotisches Bürgerhaus in Kolberg
Seit Ende des 13. Jahrhunderts begann man in Kolberg vermehrt,
Häuser aus Backstein zu bauen. Sie ersetzen Fachwerkbauten,
waren brandsicherer und drückten den gestiegenen Wohlstand der Kolberger
Bürger aus. Die Salzherren, die eigentlichen Herrscher der Stadt,
bildeten beim Bau von Ziegelbauten die Avantgarde. Nach und nach
entstanden in der Kolberger Innenstadt eine Vielzahl von Patrizierhäusern.
Nur ein einziges davon hat den letzten Krieg überlebt. Das spätgotische
Kaufmannshaus besaß im 15. Jahrhundert eine Diele mit einem Kontor
im Erdgeschoss. Große Bleiglasfenster ließen viel Licht herein.
In der oberen Etage lebte der Kaufmann mit Familie und Gesinde.
In den Dachgeschossen befand sich das Lager. Ganz oben im First
war ein Laufrad angebracht, mit dessen Hilfe die Waren ins Dach
gehievt wurden.
Heute ist das Haus Bestandteil des Gebäudeensembles des Polnischen
Waffenmuseums. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in diesem
Gebäude das Nettelbeckmuseum, das an Joachim
Nettelbeck erinnerte.
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