Kolberg / Kolobrzeg
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 aktualisiert 14.01.07

 
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Kolberg  / Kolobrzeg

Berühmte Kolberger

Die Familie Schlief (später: Schlieffen) erreicht in Kolberg einen kometenhaften Aufstieg. Erstmals erwähnt wird 1321 ein Petrus Sleyvos. Bereits sein Sohn Henning taucht 1376 in der Liste der Pfannstättenbesitzer auf. Der Wohlstand der Familie Schlief, die in den Dokumenten jener Zeit unter anderem auch Sleef, Sleff, Slyf und Slywe geschrieben werden, beginnt mit Hans Schlief, Sohn von Henning. Zwischen 1386 und 1431 erwarb er zehn Pfannstätten und wurde damit zum mächtigsten Salzbürger der Stadt. Der Schlieffen-Clan besaß auch eine große Anzahl von Häusern und Grundstücken sowie Bauernhöfe und Gaststätten. Hans´ Sohn Johann II Schlieffen wird 1435 Bürgermeister von Kolberg. Insgesamt 26 Mitglieder der Familie waren Ratsmitglieder. Der Name Schlieffen war schließlich in ganz Europa bekannt.

Ein bemerkenswerter Nachfahre der Kolberger Schlieffen war Antonius Schlieffen. Er studierte in Königsberg und wurde danach Offizier, kam aber schon bald in polnische Gefangenschaft. Schließlich konnte er gegen den Eid freikommen, niemals mehr die Hand gegen Polen zu erheben. Also warb Antonius Söldner und kämpfte mit dieser Privatarmee überall dort, wo der Gegner nicht Polen hieß. Nach einer längeren Station beim Hof in Prag kehrte Antonius Schlieffen nach Pommern zurück und starb 1786.

Konkurrenten der Schlieffen war die Familie Adabar. Bereits 1300 verzeichnet eine Kolberger Urkunde einen Udo Adabar. Dann ist von ihnen lange nichts zu hören, bis Hans Adabar zum Rivalen von Hans III. Schlief wird. Der Höhepunkt der blutigen Familienfehde bahnt sich 1525 an, als Vogt Adabar geborgenes Strandgut aus deinem dänischen Schiff zum Bischof bringen lässt. Die Kolberger kannten das Strandrecht. Das Wrack des im Dezember 1524 gesunkenen Schiffes stand ihnen zu. Also ließ Kolberg den Vogt Adabar ergreifen und verurteilt ihn flugs zu Tode. Der Scharfrichter soll mit einem kunstvollen Schlag den Kopf des Adabar und gleichzeitig die beiden Finger abgeschlagen haben, die einst dem Rat der Stadt Kolberg Treue geschworen hatten.

Ein für die Entwicklung der Stadt wichtiger Mann war Medizinalrat Dr. Herrmann Hirschfeld. Er führte 1882 als erster das Moorbaden in Kolberg ein. Weitere Verdienste erwarb er sich als Verfechter einer Kanalisation in Kolberg. In Kolberg wurde 1868 sein Sohn, der spätere Arzt und Sexualforscher Dr. Magnus Hirschfeld geboren.

Erwähnt werden muss Pastor Paul Hinz, dem Kolberg die wertvollsten Stücke des Kirchenschatzes verdankt. Siehe dazu: Dom nach 1945 (rechte Spalte).

Der Bauhausprofessor und Maler Lyonel Feininger verbrachte bis zu seiner Flucht vor den Nazis viele Jahre den Sommer im nahegelegen Treptower Deep und besuchte mehrmals Kolberg. Siehe: Feininger in Kolberg.

Ohne den letzten der berühmten Kolberger wäre der Ort heute nicht so, wie er ist. Prälat Józef Słomski hat mit nimmermüdem Einsatz dafür gesorgt, dass der Dom wiederaufgebaut wurde.


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  Hans Heinrich von Held kam als Verbannter nach Kolberg und blieb, Autor einer frühen Stadtgeschichte und , Salzkalfaktor. Weiter!
 
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  Der spätere Turnvater Jahn war unfreiwillig in Kolberg, mehr als fünf Jahre als Verbannter in der Festung Kolberg.
 
 Karl Wilhelm Ramler
  Karl Wilhelm RamlerKarl Wilhelm Ramler
- genannt Der Deutsche Horaz - wurde am 25.02.1725 als Sohn des Steuerinspektors Wilhelm Nikolaus Ramler und dessen Ehefrau Elisabeth Stieg in Kolberg geboren. Der Dichter und Philosoph starb 1798 in Berlin.