Wejherowo / Neustadt
Wer die Stadt auf der Durchreise von Stettin nach Danzig aus dem
Auto- oder Zugfenster erlebt, der bekommt den Eindruck eines zerfledderten
Siedlungsbreis mit hässlicher Gewerbebebauung. Dennoch hat die Stadt
recht schöne Ecken und eine wunderbare Umgebung, die sich
dem Durchreisenden nicht auf den ersten Blick erschließen.
Gegründet wurde der Ort 1643 mit königlich polnischer Erlaubnis,
aber erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts verzeichnete der Ort eine
nennenswerte Einwohnerzahl. Das ganze 19. Jahrhundert war gekennzeichnet
durch die Auseinandersetzungen zwischen Kaschuben und Deutschen.
Um die Jahrhundertwende begann die kaschubische Bevölkerung, sich
politisch und wirtschaftlich zu organisieren. Besonders der Probst
von Wejherowo, Walenty Dabrowsky, ermunterte die Menschen, ihrem
Glauben und ihrer Muttersprache treu zu bleiben. Als der Ort um
1920 polnisch wurde, setzte sehr schnell eine Polonisierung der
Bevölkerung ein.
Ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte wurde geschrieben, als
Wejherowo / Neustadt von den Deutschen besetzt wurde. Ein Teil der
deutschen Bevölkerung beteiligte sich an den Ausrottungsplänen der
Nazis und viele polnische Einwohner kamen in den umliegenden Wäldern
ums Leben.
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