Geschichte Wolins - Blick zurück ins 9. Jahrhundert
Der Name der Insel ist auf einen Stamm zurückzuführen,
der im 9. Jahrhundert die Insel bewohnte. Das kleine Volk der Woliner
lebte in etwa 70 Siedliungen und hatte sich mächtig eingeigelt.
Sie errichten umfangreiche Verteidigungsanlagen, anfangs lediglich
aus Holzpalisaden bestehend und nach und nach durch Erdwälle ersetzt.
Zusätzlich sicherten Wehrburgen das Gebiet der Woliner. Hauptstadt
dieses Minireiches war die Burg Wolin. Sie lag an der damals vielbefahrenen
Handelslinie zwischen der Ostsee und dem Süden. Der Winzstamm war
klein aber fein. Guter Ackerboden und Fischreichtum begünstigten
die wirtschaftliche Entwicklung, zusätzlich wurde gehandelt. Zahlreiche
Zeugnisse aus jener Zeit belegen den relativen Wohlstand des Miniaturfüstentums
Wolin. Angebetet wurde die Gottheit Swantewit, der Viergesichtige
und vom Christentum hielt man ausgesprochen wenig.
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| Nachbildung Swantewits |
Lange blieb das Volk aber nicht autonom. 997 eroberte
der polnische König Miesko I. die Gegend. In den darauf folgenden
1000 Jahren war Wolin häufig genug Zankapfel zwischen den rivalisierenden
Mächten an der Ostsee. Mal geriet es unter dänischen Einfluss, dann
wieder unter deutschen, polnischen oder schwedischen. Leidtragende
dieses jahrhundertelangen Ränkespiels war das einfache Volk. So
wird berichtet, dass zu Zeiten des dreissigjährigen Krieges die
Gegend halb entvölkert war.
Seit 1945 ist die Insel wieder polnisch und es besteht
ein freundliches und entspanntes Miteinander mit den auf der Nachbarinsel
Usedom lebenden Deutschen.
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