Das Große Zeughaus in Danzig / Gdansk
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| Zeughaus: historisches Photo |
Das Große Zeughaus aus den Jahren 1601 bis 1609
ist vermutlich ein Werk nach den Plänen von Antony
von Obbergen aus Mecheln in Holland. Ausgeführt wurde der Bau
vom Danziger Architekten Hans
Strakowski. Das Zeughaus gilt als das hervorragendste Beispiel
des Niederländischen Manierismus in Danzig / Gdansk.
Der Bau hat vier Giebel, von denen die beiden äußeren
durch vorgesetzte Treppenhaustürme verdeckt sind. Die Giebel
sind reich geschmückt mit zierlichen Sandsteinfriesen, schlanken
Pyramiden, vielerlei Reliefköpfen, mit Waffen, Feldzeichen und platzenden
Bomben. Über den Regentraufen sieht man Skulpturen von Soldaten
in voller Kriegsmontur, die von Wilhelm
Barth stammen. Auf den mittleren beiden Giebeln befinden sich
zwei Sphinxe. Die Portale und die Fenster tragen helle Sandsteinfassungen
und in einer Nische in der Mitte der Fassade steht die Pallas Athene.
Im 17. Jahrhundert hatte das Gebäude die Funktion eines
Arsenals, das heißt, hier wurden Waffen für den Kriegsfall
gelagert. Der steinerne Brunnen vor der Fassade hatte einst die
Funktion, die "Pillen" -so nannten die Danziger die schweren
Kanonenkugeln - aus dem Kellergewölbe zu hieven.
Später scheint das Große Zeughaus eine Art von Kriegsmuseum
gewesen zu sein, jedenfalls wurden hier allerhand militärische Skurilitäten
aufbewahrt. Den größten Eindruck sollen die mechanischen Puppen
auf die Besucher gehabt haben. Eine dieser Puppen konnte selbst
gehen, ja es gab sogar eine von selbst schießende Statue des Mars.
Im Zuge der Einnahme Danzigs durch die Franzosen im
Jahre 1807 landeten viele Gegenstände des Großen Zeughauses in Frankreich,
wo sie heute noch manches Museum schmücken. Während der Bestzung
Danzigs durch französische Truppen diente das Große Zeughaus als
Lazarett.
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