Gdansk / Danzig
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 aktualisiert 21.02.08
 
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Die Neue Synagoge in Danzig / Gdansk

Von dieser ehemaligen Danziger Sehenswürdigkeit ist seit dem Jahr 1939 nichts mehr zu sehen. Schon sechs Jahre, bevor sowjetische Brandbomben die Stadt in Schutt und Asche gelegt hatten, war die Danziger Neue Synagoge bis auf den letzten Ziegel abgerissen.

Neue Synagoge Danzig / Gdansk
Bild größerNeue Synagoge in Danzig - Photos vergrößern!

Die Synagoge wurde im Jahre 1883 mit einem großen Festakt eingeweiht. Der mit neo-isla- mischen Stilelementen versehene Bau verwendete den nord- deutschen Backstein, die nordische Variante des orientalischen Synagogenbaustils, die das gewachsene Selbstbewußtsein der kurz zuvor zu voller Gleich- berechtigung erlangten jüdischen Mittelschicht ausdrücken sollte.

Synagoge in Danzig - historisches Photo
Photo vergrößern!Synagoge und die Gasse "An der Reitbahn"
Photo vergrößern!

Jahrhundertelang waren Juden in Danzig nicht erwünscht. Eine Ansiedlung von Juden wurde nicht geduldet. Lediglich während des Dominikanermarktes durften Juden für kurze Zeit die Stadt betreten und Handel treiben. Aber auch das ließ sich Danzig teuer bezahlen. So setzte eine Verordnung von 1752 fest, dass für einen Einmonatsaufenthalt eines jüdischen Kaufmanns eine 12-Gulden-Taxe zu entrichten war. Ließ sich der Kaufmann von einem Bediensteten begleiten, waren weitere 4 Gulden fällig.

Als Danzig Ende des 18. Jahrhunderts unter preußische Herrschaft kam, konnten jüdische Familien preußische Untertanen werden. Während des ganzen 19. Jahrhunderts lag die Zahl der jüdischen Einwohner von Danzig zwischen zwei und dreitausend. Erst als in den den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Stadt unter dem Schutz des Völkerbundes stand, wurde Danzig zum Ziel vieler jüdischer Einwanderer aus Osteuropa. Mehr als 60 000 Juden konnten zwischen 1920 und 1925 über Danzig auswandern.

Nach dem Sieg der Nationalsozialisten bei den Wahlen im Mai 1933 blieben den Danziger Juden nur noch wenige Jahre. Als der Druck auf die Juden immer größer wurde, wanderten viele Gemeindemitglieder nach Polen, nach Palästina sowie in verschiedene weitere Länder aus. Der Exodus der Juden dauerte bis Oktober 1941, danach verboten die Nazis jegliche Auswanderung. Schon im Februar des Jahres 1941 hatte es die ersten Massendeportationen in polnische Gettos und nach Theriesienstadt gegeben.

In diesem Zusammenhang:
Lesser Gieldzinski - Danziger Kunstsammler und Mäzen

 
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 Synagoge in Danzig / Gdansk
 

Die nicht mehr existierende Synagoge von Danzig befand sich An der Reitbahn / Boguslawskiego.

 
 Die Schätze der jüdischen Gemeinde
  Kultgeräte, Bücher, Schriftrollen, Behänge und Textilien aus der Danziger Synagoge kamen am 26. Juli 1939 -verpackt in große Kisten - im New Yorker Jewish Theological Seminary an. Insgesamt mehr als zwei Tonnen, die kostbarsten Stücke aus der Danziger Synagoge, darunter die wertvolle Lesser-Gieldzinski-Sammlung. Mit Zustimmung der Nationalsozia- listischen Funktionäre war die Sammlung von der jüdischen Gemeinde an das amerikanische Seminar verkauft worden, um Danziger Gemeindemitgliedern die Ausreise zu finanzieren. Aus dem gleichen Grund gelangte das Grundstück der Neuen Synagoge und der jüdische Friedhof in den Besitz der Stadt Danzig.
 
 Jüdische Gemeinden in Danzig
  Bis ins 19. Jahrhundert hatte es lange autonome jüdische Gemeinden in Altschottland, Langfuhr, Weinberg, Danzig Breitgasse und Danzig-Mattenbuden gegeben. Von den kleineren Synagogen wurden im November 1938 die Synagogen in Langfuhr und Zoppot von SA-Trupps in Brand gesteckt.
 
 Danzig 1939
  Unter dem Titel "Danzig 1939 - Schätze einer zerstörten Gemmeinde" ist ein Ausstellungskatalog erschienen, der die gleichnamige Ausstellung im Jüdischen Museum in New York sowie in Braunschweig, Bonn und Frankfurt am Main in den Jahren 1982 und 83 dokumentiert.