Gdansk / Danzig
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 aktualisiert 21.02.08
 
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Stockturm und Peinkammer in Gdansk / Danzig

Der Stockturm
Wieza Wiecienna

Im Mittelalter wurde Danzig nach Westen hin durch eine vierfache Toranlage ge- schützt. Von besonderer Bedeutung war dabei der Stockturm und die mit ihm verbundene Peinkammer. Die Ge- bäudeanlage, die wir heute sehen können, ist das Ergebnis zahlreicher Umbauten. Der Stockturm wurde im 14. Jahrhundert als dreistöckiger Befesti- gungsturm mit wuchtigen Mauern und schießschartenartigen Fensterlöchern errichtet. Im Laufe der nächsten Jahr- hunderte wurde der Stockturm mehrfach umgebaut, erhöht und schließlich mit einer Turmspitze versehen.

Im scharfen Gegensatz zum monolithischen Klotz des Stockturms steht die Peinkammer. Ursprünglich ebenfalls eine Toranlage wurde sie im Jahre 1509 unter der Leitung des Architekten Antony von Obbergen mit einem grazilen Renaissancegiebel versehen. Die dekorativen Elemente des Gebäudes schuf Willem van den Meer. Ihre Funktion war allerdings alles andere als niedlich: die Peinkammer diente lange Jahre als Folterkammer, Gerichtssaal und Gefängnis. Der Name "Peinkammer" ist darauf zurück- zuführen, dass in dem Gebäude die "peinlichen Befragungen" stattfanden, was nicht selten mit dem Tod des zu Befragenden endete. Wenn der Angeklagte das Verhör dennoch überstand, wurde er über den Hof in den Stockturm gebracht, wo sich enge, lichtlose Zellen befanden. Sie hatten Namen wir Stier, Otternloch, Kain- und Abelmord. Noch heute kann man die eisernen Fuß-, Hand- und Halsfesseln besichtigen, an die die Gefangenen geschmiedet wurden.

Hohes Tor und Stocktor in einer Aufnahme der frühen zwanziger Jahre.
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Die Strafen im Mittelalter waren sehr grausam. Die Gefangenen erhielten als Willkommensgruß vom Kerkermeister Prügel auf den nackten Rücken verabreicht. Aber das war nur der Vorgeschmack. Das Einbrennen des Stadt- wappens, Zurschaustellung vor dem Volk am Pranger und Verstümmelungen von Gliedmaßen waren üblich, genauso wie Hinrichtungen in verschiedenster Form: Galgen, Richtblock, Scheiterhaufen, Rädern, Pfählen oder Ersäufen.

 
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 Öffnungszeiten des Stockturms
 

Stockturm und Peinkammer
Katownia i Wieza Wiezienna
Dluga Przedbranie
Tel.: 301 499 45
Nebenstelle des Danziger Geschichtesmuseums
Öffnungszeiten nach Voranmeldung

 
 Alter Holzschnitt des Stockturms