Das Rechtstädtische Rathaus in Danzig / Gdansk
Im Mittelpunkt der Rechtstadt, dort, wo die
sich leicht verengende Langgasse auf den Langen Markt trifft, steht
der wichtigste Danziger Profanbau, das Rechtstädtische Rathaus.
Erdgeschoß und 1. Obergeschoss des Rathauses wurden um das Jahr
1380 im gotischen Stil errichtet. Gut hundert Jahre später
wurde es um ein weiteres Geschoss aufgestockt und mit einem Turm
versehen.
Nachdem das Rathaus im Jahre 1556 einem Brand zum
Opfer gefallen war, wurde es von Grund auf umgebaut, nunmehr im
Stil der flämischen Renaissance. Schließlich entstand der
82 Meter hohe Turm mit einer Renaissancehaube. An seiner Spitze
stellte man den "Goldene Kerl" auf, eine vergoldete
Statue des polnischen Königs Sigismund II August, der von 1548 bis
1572 regierte. Die Statue stammt vom Künstler Dirk Daniels.
Für die Inneneinrichtung des Recht- städtischen
Rathauses zeichnet im Wesentlichen Antony
von Obbergen verantwortlich, aber auch andere bekannte Künstler
haben dazu beigetragen, etwa Isaak van dem Blocke, Wilhelm van den
Meer oder der Maler Anton Möller. Die prächtige Ausgestaltung des
Rathauses führte dazu, dass man das Gebäude oft mit dem Dogenpalast
in Venedig verglich
Das Rathaus wurde im März 1945 nahezu vollständig
zerstört, die Uhrzeiger der Turmuhr blieben um 5:10 Uhr stehen.
Viele Gegenstände der wertvollen Ausstattung blieben allerdings
erhalten, weil sie rechtzeitig ausgelagert worden waren. Im Laufe
von 24 Jahren wurde das Rechtstädtische Rathaus erneut aufgebaut.
Seit dem Abschluss der Wiederaufbauarbeiten im Jahre 1970 dient
es als Museum. Hier wird unter anderem die Dauerausstellung
"Danzig - Zerstörung und Wiederaufbau" gezeigt. Eine weitere
Ausstellung trägt den Titel "Danzig unter der Republik",
in der das gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche
Leben der Stadt dokumentiert ist.
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