Die Marienkirche in Danzig / Gdansk
Als das mittelalterliche Danzig zu blühen begann, nahmen
seine Einwohner eine monumentales Werk in Angriff: den Bau
der Marienkirche. Mehr als 150 Jahre haben Handwerker und Künstler
gearbeitet, bis das Bauwerk seine endgültige Form erhalten hatte.
Die dreischiffige Hallenkirche mit ebenfalls dreischiffigem Querhaus
und geradem Chorabschluss nach dem Entwurf von Heinrich Ungeradin
ist das Resultat verschiedener Bauperioden. Heute - mehr als 650
Jahre nach Baubeginn - begeistert der größte Backsteindom der
Welt seine Besucher immer wieder aufs Neue.
Es war eine gigantische Aufgabe, an die sich die Bürgerschaft
der aufstrebenden Stadt Danzig im 14. Jahrhundert machte: man wolte
Räume schaffen, die in Höhe und Breite an die Grenzen des damals
technisch Möglichen gingen. Als der Kirchenbau abgeschlossen
war, konnten bis zu 25 000 Menschen in ihr Platz finden, das war
damals mehr als die gesamte Stadt Danzig.
Aber auch in anderer Hinsicht war die Marienkirche
ein Gotteshaus der Superlative. Vor Einführung der Reformation
in Danzig taten mehr als 60 Pfarrer in der Marienkirche ihren Dienst.
Während der Reformationswirren kam es in Danzig, wie in vielen anderen
Städten auch, zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken
und den verschiedenen Spielarten des Protestantismus.
1945 war die Marienkirche stark zerstört. Das
Dach mit seinem hölzernen Dachstuhl war komplett verbrannt, knapp
die Hälfte der Gewölbe waren eingestürzt und der mächtige Kirchturm
ausgebrannt. Doch schon zehn Jahre später war die erste Etappe
des Wiederaufbaus abgeschlossen. Nach und nach kehrte der Großteil
der im Krieg ausgelagerten Kunstschätze zurück in das Gotteshaus.
In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die nun wieder
katholische Marienkirche in den Rang einer Basilika und Konkathedrale
erhoben.
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