Die Langgasse / ulica Długa
Die Langgasse, die wichtigste Straße der Rechtstadt,
führt vom Langgasser Tor
bis zum Langen Markt. Wie manch andere Danziger Gasse ist die Langgasse
keine auf dem Reißbrett gerissene, gerade Linie, sondern folgt einer
sanften Schwingung.
"So meint man die sachte Windung, mit der die
Mottlau an Danzig vorüberzieht, in den leisen Biegungen der Straßen
nachzufühlen. Diese Biegsamkeit der Straßenflucht wird begünstigt
durch die Aufteilung des Bodens in die schmalen Grundstückstreifen,
die für Danzig charakteristisch sind. Sie geben den Straßen die
Gelenkigkeit einer feingliedrigen Kette; ohne sie wäre die raffinierte
Biegung der Langgase gar nicht möglich gewesen" (zitiert nach:
August Grisebach, Danzig, Augsburg 1999, S. 3f).
Der Blick verläuft nicht ins Leere, sondern wird von
der gebogenen Straße weitergezogen. Immer neue Perspektiven tun
sich auf, immer neue Ausblicke, spannend wie die Lektüre einer guten
Erzählung. Und könnten die schmalen, hoch aufschießenden Bürgerhäuser
der Langgasse erzählen, sie hätten viel mitzuteilen.
In der vierhundert Meter langen Gasse wohnten die Reichsten
der wohlhabenden Patrizier, hier hat nahezu jedes Haus seine eigene
Geschichte. Von ihnen werden Uphagenhaus
und Ferberhaus näher beschrieben.
Das Aussehen von Danzigs erster Gasse hat sich sehr
verändert. Bis in das 19. Jahrhundert haben Beischläge vorgeherrscht.
Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurden viele Bürgerhäuser
zu Geschäften umgebaut und verloren den Charme alter Patrizierhäuser.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde die Straße nach
Vorbildern aufgebaut, die die Straße vor der Veränderung durch die
Ladenarchitektur hatte.
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