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 aktualisiert 21.02.08
 
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Die Königliche Kapelle in Danzig / Gdansk

Durch die Reformation war die Hauptkirche Danzigs, die Marienkirche, in den Besitz der Protestanten gebracht worden. Anfangs durften die Katholiken noch vor dem Hochaltar der Marienkirche einen Gottesdienst abhalten, aber schon bald genehmigten die Lutheraner auch das nicht mehr. Die katholische Kirche protestierte mehrmals scharf und erfolglos gegen diese kirchliche Vereinnahmung. Sie forderten den polnischen König auf, eine Wiederherstellung des alten Zustandes zu erzwingen, damit wieder eine katholische Messe in der Marienkirche gelesen werden konnte. 1595 wurde Danzig vor dem königlichen Hofgericht zur Herausgabe der Marienkirche verurteilt. Aber der Danziger Rat stellte sich stur und lehnte ab.

Königliche Kapelle
Die Königliche Kapelle Bild vergrößern!
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Dieser für die Katholiken missliche Zustand hielt noch an, als einige Jahrzehnte später der katholische König Jan III. Sobieski mit großem Gefolge in der protestantischen Stadt weilte. Außer seiner schwangeren Frau und seinen Kindern wurde der König auch von Andrzej Olsziwski, Erzbischof von Gnesen begleitet. Der viele Monate dauernde Besuch im Jahre 1677 sollte Komplikationen auslösen, als sich die Danziger immer noch standhaft weigerten, die Marienkirche an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Man stimmte zwar im Prinzip der Errichtung einer neuen katholischen Kiche zu, wies aber einen Bauplatz in der Nähe des Olivaer Tores aus, was für den König nicht annehmbar war.

Königliche Kapelle - historisches Photo
Königliche Kapelle 1910
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Da starb plötzlich der Erzbischof von Gnesen noch während seines Besuchs in Danzig. In seinem Testament hatte der Primas 80 000 Zloty für den Bau einer katholischen Kirche in Danzig bestimmt. Der Köinig legte noch einmal 20 000 Zloty aus seinem eigenen Geldbeutel darauf, und schließlich stimmte der Danziger Rat einem Bauplatz gleich neben der Marienkirche zu.

Innerhalb kurzer Zeit wurde eine Baugrube ausgehoben, der einige zum Pfarrhof gehörende Häuser geopfert wurden.Der Bau eines neues Gotteshauses für die katholische Bevölkerung Danzigs wurde geleitet vom Danziger Baumeister Barthel Ranisch; es wird vermutet, dass der Entwurf vom Baumeister Andreas Schlüter stammt. Im Jahre 1681 wurde die Kirche geweiht und fortan von der katholischen Gemeinde genutzt.

 
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 Die Königliche Kapelle
 

Die Königliche Kapelle
(Kaplica Krolewska)
Heiliggeistgasse
Sw. Ducha 58

 

 Architektur der Königlichen Kapelle

 

Die Königliche Kapelle, auch Heiliggeistkapelle genannt, ist das einzige barocke Gotteshaus Danzigs. Sie wird dem königlichen Baumeister Tylman von Gameren zugeschrieben. Die Plastiken der Kapelle stammen von Andreas von Schlüter dem Jüngeren. Unter der Leitung von Bartholomäus Ranisch wurde die Kapelle zwischen 1678 und 1681 gebaut.

Direkt neben der mächtigen gotischen Marienkirche gelegen bildet die winzige, barocke Kapelle einen pittoresken Gegensatz. Mit ihren drei Kuppeln wirkt sie wie eine Miniaturversion der römischen St.-Peter-Kathedrale. Die prächtige Fassade ist dreigeteilt. Über dem mittleren Fenster sieht man das Wappen des polnischen Königs. Das eigentliche Gotteshaus befindet sich im ersten Stock und ist wesentlich bescheidener ausgeschmückt als das Äußere der Kapelle.