Die Königliche Kapelle in Danzig / Gdansk
Durch die Reformation war die Hauptkirche Danzigs,
die Marienkirche, in den Besitz der Protestanten gebracht
worden. Anfangs durften die Katholiken noch vor dem Hochaltar der
Marienkirche einen Gottesdienst abhalten, aber schon bald genehmigten
die Lutheraner auch das nicht mehr. Die katholische Kirche protestierte
mehrmals scharf und erfolglos gegen diese kirchliche Vereinnahmung.
Sie forderten den polnischen König auf, eine Wiederherstellung des
alten Zustandes zu erzwingen, damit wieder eine katholische Messe
in der Marienkirche gelesen werden konnte. 1595 wurde Danzig vor
dem königlichen Hofgericht zur Herausgabe der Marienkirche verurteilt.
Aber der Danziger Rat stellte sich stur und lehnte ab.
Dieser für die Katholiken missliche Zustand hielt noch
an, als einige Jahrzehnte später der katholische König Jan III.
Sobieski mit großem Gefolge in der protestantischen Stadt weilte.
Außer seiner schwangeren Frau und seinen Kindern wurde der König
auch von Andrzej Olsziwski, Erzbischof von Gnesen begleitet. Der
viele Monate dauernde Besuch im Jahre 1677 sollte Komplikationen
auslösen, als sich die Danziger immer noch standhaft weigerten,
die Marienkirche an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Man
stimmte zwar im Prinzip der Errichtung einer neuen katholischen
Kiche zu, wies aber einen Bauplatz in der Nähe des Olivaer Tores
aus, was für den König nicht annehmbar war.
Da starb plötzlich der Erzbischof von Gnesen
noch während seines Besuchs in Danzig. In seinem Testament hatte
der Primas 80 000 Zloty für den Bau einer katholischen Kirche in
Danzig bestimmt. Der Köinig legte noch einmal 20 000 Zloty aus seinem
eigenen Geldbeutel darauf, und schließlich stimmte der Danziger
Rat einem Bauplatz gleich neben der Marienkirche zu.
Innerhalb kurzer Zeit wurde eine Baugrube ausgehoben,
der einige zum Pfarrhof gehörende Häuser geopfert wurden.Der Bau
eines neues Gotteshauses für die katholische Bevölkerung Danzigs
wurde geleitet vom Danziger Baumeister Barthel Ranisch; es wird
vermutet, dass der Entwurf vom Baumeister Andreas Schlüter stammt.
Im Jahre 1681 wurde die Kirche geweiht und fortan von der katholischen
Gemeinde genutzt.
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