Das Zwillingshaus in Danzig / Gdansk
Das Zwillingshaus in der Brotbänkengasse / Chlebnicka
- leicht zu erkennen an der spätgotischen Fassade mit den Zinnen
am First - ist das Haus mit der merkwürdigsten Geschichte.
Das repräsentative Haus stammt aus dem Jahre 1520 und war der Stammsitz
verschiedener Patrizierfamilien.
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| Das Zwilingshaus (rechts) in
der Brotbänkengasse |
Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts wurde es an
den Maurermeister Gronau verkauft und sollte einem Neubau weichen;
das baufällige Haus war schließlich schon vierhundert Jahre alt.
Der Maurermeister hatte mit dem Abbruch schon begonnen, als in Danzig
Protest gegen die Vernichtung spätgotischer Architektur laut
wurde. Das wegen seiner Schönheit in die Sammlung deutscher Denkmäler
aufgenomme Haus erregte so die Aufmerksamkeit des preußischen Thronfolgers
Wilhelm III., der keine Mühe scheute, das Haus zu retten.
Unter der Leitung von Karl Friedrich Schinkel wurde
die Fassade des Hauses 1822 Stein für Stein abgetragen und nach
Berlin transportiert. Dort wurde es auf der Pfaueninsel im Berliner
Wannsee wieder aufgebaut. Hier kann man das spätgotische Haus aus
Danzig heute immer noch betrachten.
In Danzig entstand dafür 1825 ein Neubau. Er wurde
wie so viele Häuser in der Brotbänkengasse in den letzten Kriegsnächten
ein Opfer der Bomben.
Bei dem Wiederaufbau nach 1945 griffen die Architekten
auf den spätgotischen Entwurf von 1520 zurück. So entstand ein Zwilling
des Originals von der Pfaueninsel bei Berlin.
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