Das Englische Haus in Danzig / Gdansk
Das Englische Haus, auf polnisch dom anielski, war
das erste Hochhaus Danzigs. Erbaut wurde es 1570 von Stadtbaumeister
Hans Kramer im Auftrag des reichen Patriziers und Kaufmanns Dirk
Lilie. Der aus einem alten Geschlecht stammende Bauherr verlor
mit dem kostenfressenden Bau sein Vermögen und später auch sein
Haus. Die reich verzierte blau-schwarze Renaissancefassade und die
teilweise vergoldeten Statuen römischer Reiter mit einer Lilie auf
den Schildern sind das Werk von Wilhelm Jacobsen aus Brüssel. Mit
seinen acht Stockwerken und einem darüber gesetzten Türmchen muss
das Haus auf die damaligen Bewohner Danzigs wie ein Wolkenkratzer
gewirkt haben und zog immer die Blicke auf sich. Legenden umwoben
soll auch die Innenausstattung des Hauses mit Gewölben und prächtigen
Repräsentationsräumen gewesen sein.
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| Englisches Haus - historisches
Photo |
Nach Lilie wurde das Haus von wechselnden Patrizierfamilien
bewohnt, unter anderen von der Familie Ferber.
Um 1720 wurde es zu einem Gasthof umgebaut. Das Hotel "Englisches
Haus" wurde zum bekanntesten Hotel der Stadt, hatte viele
berühmte Gäste. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts
hatte es gar einen direkten Ausgang zum Langen Markt.
Im Jahre 1945 war es schwer beschädigt. Der Wiederaufbau
des Hauses wurde in den siebziger Jahren durchgeführt.
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