Danziger Bürgerhäuser
Ganzer Stolz des Danziger Bürgertums waren die
Danziger Bürgerhäuser. Da die Breite eines Grundstücks die Steuerhöhe
bestimmte, hatte man in Danzig lange, schlauchartige Grundstücke.
Man betrat diese Häuser direkt vom Beischlag
aus, einem erhöhten Sitzplatz direkt an der Vorderseite des Hauses.
Durch eine geschnitzte und mit dem Familien- wappen und Sinnsprüchen
versehene Tür trat man in die Diele. In der Diele wurden
Gäste empfangen und Geschäftsab- schlüsse getätigt. Charles Ogier
schreibt dazu in seinen Erinnerungen: "Dem Eintretenden zeigt
sich ein großes hohes Vorderhaus, an dessen Wänden überall Stuck
und Bilderwerk eingeprägt ist. Rundherum stehen lange Bänke und
über denselben befinden sich lange, ringsum angebrachte Leisten,
auf welchen gläserne Becher und irdene Gefäße in bunter und mannigfaltiger
Ordnung aufgestellt sind. Von den hohen getäfelten Decken hängen
Laternen oder Kronleuchter, an denen Hirschgeweihe oder auch Ochsenhörner,
wenn man sie von ungewöhnlicher Größe auffinden konnte, nicht fehlen
dürfen."
Von der Diele führte eine meist spiralförmig gewundene
Treppe in den ersten Stock, wo gewöhnlich die Gesellschaftsräume
lagen. Die Pracht dieser Räume war noch beeindruckender als in der
Diele. In Schränken mit Glastüren lagerten wertvolle Uhren und figürliche
Darstellungen, an den Wänden hingen Gemälde deutscher, holländischer
oder italienischer Meister.
Ein weiterer Raum, in den man gern Gäste führte, war
das Bibliothekszimmer. Hier zeigte sich die Weltoffenheit
der Danziger, denn in ihnen konnte man Folianten in vielen Sprachen
finden. Diese Bände waren entweder von den weiten Schiffsreisen
mitgebracht, oder sie wurden von wandernden Buchhändlern auf dem
Dominik, dem jährlich im August stattfindenen Markt in Danzig, angeboten.
Bürgerhäuser im Detail:
Uphagenhaus
Ferberhaus
Schumann-Haus
Steffenshaus
/ Goldenes Haus
Schildkrötenhaus
Haus
der Naturforschenden Gesellschaft
Englisches
Haus
Zwillingshaus
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