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 aktualisiert 21.02.08
 
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Der Artushof in Danzig / Gdansk: Dwor Artusa

Artushof: historisches Photo

In vielen Hansestädten entstanden im 14. Jahrhundert Artushöfe. Diese Häuser waren Versammlungsorte reicher Bürger und wurden nach dem keltischen König Artus benannt. Hier traf sich die Oberschicht, trank Bier und schloss nebenbei Ge- schäftsverträge. Das einfache Volk durfte einen Artushof natürlich nicht betreten.

Danzigs Artushof ist der einzige noch erhaltene an der Ostsee. Er wurde zwischen 1348 und 1350 nicht weit vom Rechtstädtischen Rathaus am Langen Markt erbaut und brannte gut hundert Jahre später ab. Der neue Artushof wurde dann zwischen 1477 und 1481 als Hallenbau errichtet, wie wir ihn heute sehen können. Unter der Leitung von Abraham van dem Block wurde die Fassade 1617 im Renaissancestil umgestaltet.

Der Artushof war der Treffpunkt für die sogenannten Artusbrüder- schaften, Gemeinschaften von Männern, die durch persönliche Freundschaft, Beruf oder Familie miteinander verbunden waren. Eine Artusbrüderschaft nannte man "Bank", nach der Bank, auf der sie im Artushof zusammen kamen. Es gab die Georgsbank und die Dreikönigsbank, die Lübische, die Holländer- und die Schifferbank.

Kachelofen von Georg Stelzener

Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Niedergang Danzigs einsetzte, schwand die Beliebheit des Artushofes bei den Patriziern. Deshalb wurde der Hof zuerst als Halle von Krämern und zwischen 1742 und 1945 als Getreidebörse genutzt. Zu der Zeit der französischen Besetzung Anfang des 19. Jahrhunderts diente er kurze Zeit als Lazarett.

Auch der Artushof wurde durch den letzten Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Restauration zog sich lange hin. Zuletzt wurde der berühmte Kachelofen des Töpfers Georg Stelzener aus dem 16. Jahr- hundert wiederaufgebaut. Mit mehr als zwölf Metern Höhe gilt er als der höchste der Welt.

 
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 Öffnungszeiten des Artushofes
 

Artushof / Dwor Artusa
Langer Markt / Dlugi Targ 44
Tel.: 346 33 58
Di. bis Sa.: 10.00 bis 15.30 Uhr
So.: 11.00 bis 15.30 Uhr
(in der Saison evtl. länger)

 
 E.T.A. Hoffmann über den Artushof
 

E.T.A. Hoffmann schrieb 1817 die Erzählung "Artushof", zu einer Zeit also, als der Artushof als Börse genutzt wurde. Der folgende kleine Auszug aus der Erzählung spiegelt anschaulich die Atmosphäre des Artushofes wieder.

"In den Mittagsstunden wogte drängend und treibend der Handel den mit Menschen der verschiedensten Nationen gefüllten Saal auf und ab, und ein verwirrtes Getöse betäubte die Ohren. Aber wenn die Börsenstunden vorüber waren, wenn die Handelsherren bei Tische saßen, und nur einzelne geschäftig durch den Saal, der als Durchgang zwei Straßen verbindet, liefen, dann besuchtest Du, günstiger Leser, der Du in Danzig warst, den Artushof wohl am liebsten. Nun schlich ein magisches Helldunkel durch die trüben Fenster, all´ das seltsame Bild- und Schnitzwerk, womit die Wände überreich verziert, wurde rege und lebendig. Hirsche mit ungeheuren Geweihen, andere wunderliche Tiere schauten mit glühenden Augen auf Dich herab, Du mochtest sie kaum ansehen; auch wurde Dir, je mehr die Dämmerung eintrat, das marmorne Königsbild in der Mitte nur desto schauerlicher. Das große Gemälde, auf dem alle Tugenden und Laster versammelt mit beigeschriebenen Namen, verlor merklich von der Moral, denn schon schwammen die Tugenden unkenntlich hoch im grauen Nebel, und die Laster, gar wunderschöne Frauen in bunten schimmernden Kleidern, traten recht verführerisch hervor und wollten dich verlocken mit süßen Gelispel."