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 aktualisiert 21.02.08
 
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Günter Grass (1927) - Schriftsteller

Günter Grass tanzt bei der Nobelpreisverleihung

Die Bücher von Günter Grass spiegeln auf vielerlei Weise die Geschichte Danzigs. Grass schreibt: "In Gdansk suchte ich Danzig... In Gdansk schritt ich Danziger Schulwege ab, sprach ich auf Friedhöfen mit anheimelnden Grabsteinen, saß ich (wo ich als Schüler gesessen hatte) im Lesesaal der Stadtbibliothek und durchblätterte Jahrgänge des "Danziger Vorposten", roch ich Mottlau und Radaune. In Gdansk war ich fremd und fand dennoch in Bruchstücken alles wieder: Badeanstalten, Waldwege, Backsteingotik und jene Mietskaserne im Labesweg, zwischen Max-Halbe-Platz und Neuem Markt; auch besuchte ich (auf Oskars Anraten) noch einmal die Herz-Jesu-Kirche: der stehengebliebene katholische Mief."

Günter Grass

Schreibend entdeckt Grass die Stadt neu: "Und mir kam es darauf an, eine Stadt erstehen zu lassen. Und da war Danzig das naheliegende für mich. Danzig kannte ich, und Danzig wollte ich auch für mich wieder neu erstehen lassen, wie ja überhaupt Literatur - und man so viel reden wie man will - ist erster Linie eine Angelegenheit des Autors ist... Und die Erinnerung an Danzig war bei mir, bevor ich das Buch geschrieben habe, recht schwach, sie ist erst mit dem Schreiben entstanden. Schreiben deckt Schichten auf."

Nun soll auch in Danzig ein Günter-Grass-Museum entstehen. Polnische Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler gründen 2002 ein Museum und Forschungsinstitut, das dem Leben und Werk von Günter Grass gewidmet ist. Zu den mehr als 40 Initiatoren gehören der Schriftsteller Stefan Chwin, der Theaterregisseur Krzysztof Babicki und der Leiter des Küstentheaters, des einstigen Deutschen Theaters von Danzig.

 
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 Günter Grass: Biographie
 

1927

Günter Grass wird in Danzig geboren.
  1944 Grass wird als Luftwaffenhelfer einberufen und kommt später in amerikanische Gefangenschaft.
  1948 Studium der Grafik und Bild- hauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.
  1953 Studium der Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Westberlin.
  1958 Uraufführung des Theaterstücks "Onkel, Onkel" von Günter Grass in Köln.
  1959 "Die Blechtrommel" erscheint.
  1965 Grass beteiligt sich am Wahlkampf für die SPD.
  1968 Grass veröffentlicht den Band "Briefe über die Grenze", eine Diskussion mit Pavel Kohout über den Prager Frühling.
  1977 Der Roman "Der Butt" erscheint.
  1983 Grass unterzeichnet das "Heilbronner Manifest", in dem sich Künstler und Wissen-schaftler gegen eine Statio- nierung von Pershing-2-Raketen auf deutschem Boden und für eine Wehrdienstverweigerung aussprechen.
  1990 Grass spricht sich gegen eine "Ruck-zuck-Einheit über den bloßen Anschlußartikel 23 des Grundgesetzes" aus und wirbt stattdessen für einen lang- samen Prozess des allmäh- lichen Zusammenwachsens.
  1993 Grass wird Ehrenbürger von Gdansk / Danzig
  1993 Grass tritt aus der SPD aus, um gegen die Asylrechtsänderung zu protestieren.
  1999 Grass erhält den Literaturnobelpreis für sein Lebenswerk.
  2002 Grass veröffentlicht die Novelle "Krebsgang" und löst damit eine kontroverse Diskussion um die Themen Flucht und Vertreibung aus.
 
 3 links zu Günter Grass
 

Die Virtuelle Allgemeinbibliothek hat viele Dutzend links zum Thema Günter Grass zusammengestellt. Weiter!
Die Günter-Grass-Stiftung Bremen hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle erreichbaren Ton- und Filmaufnahmen von Grass zu sammeln und zu dokumentieren. Weiter!
Ein special von Radio Bremen zu Günter Grass: Weiter!