Günter Grass (1927) - Schriftsteller
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| Günter Grass tanzt bei der Nobelpreisverleihung |
Die Bücher von Günter Grass spiegeln auf vielerlei
Weise die Geschichte Danzigs. Grass schreibt: "In Gdansk
suchte ich Danzig... In Gdansk schritt ich Danziger Schulwege
ab, sprach ich auf Friedhöfen mit anheimelnden Grabsteinen, saß
ich (wo ich als Schüler gesessen hatte) im Lesesaal der Stadtbibliothek
und durchblätterte Jahrgänge des "Danziger Vorposten",
roch ich Mottlau und Radaune. In Gdansk war ich fremd und fand dennoch
in Bruchstücken alles wieder: Badeanstalten, Waldwege, Backsteingotik
und jene Mietskaserne im Labesweg, zwischen Max-Halbe-Platz und
Neuem Markt; auch besuchte ich (auf Oskars Anraten) noch einmal
die Herz-Jesu-Kirche: der stehengebliebene katholische Mief."
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| Günter Grass |
Schreibend entdeckt Grass die Stadt neu: "Und
mir kam es darauf an, eine Stadt erstehen zu lassen. Und da war
Danzig das naheliegende für mich. Danzig kannte ich, und Danzig
wollte ich auch für mich wieder neu erstehen lassen, wie ja überhaupt
Literatur - und man so viel reden wie man will - ist erster Linie
eine Angelegenheit des Autors ist... Und die Erinnerung an Danzig
war bei mir, bevor ich das Buch geschrieben habe, recht schwach,
sie ist erst mit dem Schreiben entstanden. Schreiben deckt Schichten
auf."
Nun soll auch in Danzig ein Günter-Grass-Museum
entstehen. Polnische Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler
gründen 2002 ein Museum und Forschungsinstitut, das dem Leben und
Werk von Günter Grass gewidmet ist. Zu den mehr als 40 Initiatoren
gehören der Schriftsteller Stefan Chwin, der Theaterregisseur Krzysztof
Babicki und der Leiter des Küstentheaters, des einstigen Deutschen
Theaters von Danzig.
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