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 aktualisiert 21.02.08
 
Sie sind hier: Home - Danzig - Geschichte - Lesser Gieldzinski

Lesser Gieldzinski - Danziger Kunstsammler und Mäzen

Der Name Lesser Gieldzinki taucht nur selten in einem Geschichtsbuch über Danzig auf. Er verdient es dennoch, in einem Atemzug mit anderen berrühmten Danziger Personen genannt zu werden.

Lesser Gieldzinki
Bild vergrößern!Lesser Gield- zinki - Bild vergrößern!

Lesser Gieldzinki, ein in Włocławek in Polen in Polen geborener Getreidehändler wird Ende des 19. Jahrhunderts zu einem der angesehensten Kunstsammler in Danzig. Er trägt in wenigen Jahrzehnten eine große Anzahl an Möbeln, Gemälden, Stichen und Miniaturen zusammen, von denen viele Kunstwerke einen engen kunsthistorischen Bezug zu Danzig haben. "Es finden sich da Krüge und Pokale, Tabaksdosen und Spendenbüchsen, sämtlich dekoriert mit den Emblemen und Insignien der Fleischer, der Bäcker und der Weber, um nur einige zu nennen. Diese Objekte waren besonders beliebt, da sie nostalgisch an eine vergangene Epoche erinnerten, als Danzig ein bedeutender Hansehafen war, das Venedig des Nordens." (zitiert aus: Danzig 1939, Schätze einer zerstörten Gemeinde, Ausstellungskatalog, Braunschweig S. 55).

An seinem 75. Geburtstag stiftet Gieldzinski die Kultgeräte seiner Sammlung der Gemeinde der jüdischen Synagoge. Diese Sammlung kommt 1939 nach New York und finanziert damit die Ausreise zahlreicher jüdischer Gemeindemitglieder aus Danzig.

Auch der Stadt Danzig gegenüber zeigt sich der Mäzen Gieldzinski großzügig: er stifetet Kunstwerke, um die Danziger Diele und den Artushof auszustatten, schenkt dem Franziskanerkloster Wandteppiche, gibt Geld für ein neu verziertes Portal am Stockturm und zeigt seine Mildtätigkeit den Danzigern gegenüber in vielen weiteren guten Taten.

Lesser Gieldzinski stirbt 1910 und wird in Danzig beigesetzt. Der größte Teil der Sammlung, die Gieldzinksi selbst noch besaß, wird 1912 an sechs aufeinanderfolgenden Tagen in Berlin versteigert. Der Auktionskatalog umfasst insgesamt 2381 Stücke.

in diesem Zusammenhang:
Die Neue Synagoge in Danzig / Gdansk

 
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 Lesser Gieldzinki - Biographie

 

1830 Lesser Gieldzinki wird in Włocławek in Polen geboren. Wie sein Vater wird er Groß- kaufman.
  1860 Gieldzinki siedelt nach Danzig um und wird schon bald darauf erfolgreicher Getreidehändler. Er wohnt in der Langgasse 29 und stellt dort auch seine Sammlung "Danzigiana" aus.
  1884 Gieldzinski wird in den Vorstand der jüdischen Gemeinde ge- wählt.
  1901 Eröffnung der Danziger Diele am Langen Markt 43 / Długi Targ 43. Mit seinen Schenkungen trägt Lesser Gieldzinski wesentlich zu den Kunstschätzen des historischen Raumes bei.
  1901 Die Kaiserin dankt dem Großkaufmann dafür, daß er sich "um das öffentliche Wohl verdient gemacht" habe.
  1904 Gieldzinkis jüdische Kultgegen- stände werden an seinem 75, Geburtstag in der Danziger Synagoge zu einem besonderen Raum zusammengefasst und der jüdischen Gemeinde übereignet. Der Raum wird "Gieldzinki-Zimmer" genannt und ist vermutlich das weltweit erste jüdische Museum.
  1905 Kaiser Wilhelm II. zeichnet Lesser Gieldzinki mit dem Roten Adlerorden und dem Kronen- orden aus.
  1910 Im Mai 1910 stirbt Lesser Gieldzinki in Danzig.
  1912 Gieldzinkis Sammlung wird - bis auf die jüdischen Kultgeräte, die in der Danziger Synagoge bleiben - nach Berlin gebracht und versteigert.
  1939 Die Kultgeräte des "Gieldzinki-Zimmers" werden zusammen mit anderen Gegenständen aus der Danziger Synagoge in zwei großen, mehr als zwei Tonnen schweren Kisten von Danzig in das Jewish Theological Seminary in New York gebracht.