Lesser Gieldzinski - Danziger Kunstsammler und Mäzen
Der Name Lesser Gieldzinki taucht nur selten in einem
Geschichtsbuch über Danzig auf. Er verdient es dennoch, in einem
Atemzug mit anderen berrühmten Danziger Personen genannt zu werden.
Lesser Gieldzinki, ein in Włocławek in Polen
in Polen geborener Getreidehändler wird Ende des 19. Jahrhunderts
zu einem der angesehensten Kunstsammler in Danzig. Er trägt in wenigen
Jahrzehnten eine große Anzahl an Möbeln, Gemälden, Stichen und Miniaturen
zusammen, von denen viele Kunstwerke einen engen kunsthistorischen
Bezug zu Danzig haben. "Es finden sich da Krüge und Pokale,
Tabaksdosen und Spendenbüchsen, sämtlich dekoriert mit den Emblemen
und Insignien der Fleischer, der Bäcker und der Weber, um nur einige
zu nennen. Diese Objekte waren besonders beliebt, da sie nostalgisch
an eine vergangene Epoche erinnerten, als Danzig ein bedeutender
Hansehafen war, das Venedig des Nordens." (zitiert aus: Danzig
1939, Schätze einer zerstörten Gemeinde, Ausstellungskatalog, Braunschweig
S. 55).
An seinem 75. Geburtstag stiftet Gieldzinski die Kultgeräte
seiner Sammlung der Gemeinde der jüdischen Synagoge. Diese Sammlung
kommt 1939 nach New York und finanziert damit die Ausreise zahlreicher
jüdischer Gemeindemitglieder aus Danzig.
Auch der Stadt Danzig gegenüber zeigt sich der Mäzen
Gieldzinski großzügig: er stifetet Kunstwerke, um die Danziger
Diele und den Artushof auszustatten, schenkt dem Franziskanerkloster
Wandteppiche, gibt Geld für ein neu verziertes Portal am Stockturm
und zeigt seine Mildtätigkeit den Danzigern gegenüber in vielen
weiteren guten Taten.
Lesser Gieldzinski stirbt 1910 und wird in Danzig beigesetzt.
Der größte Teil der Sammlung, die Gieldzinksi selbst noch besaß,
wird 1912 an sechs aufeinanderfolgenden Tagen in Berlin versteigert.
Der Auktionskatalog umfasst insgesamt 2381 Stücke.
in diesem Zusammenhang:
Die Neue Synagoge in Danzig /
Gdansk
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