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Danziger Geld im 20. Jahrhundert
Nach dem ersten Weltkrieg wurde Danzig Freistaat.
In der Nachkriegszeit und in der ersten Zeit des Freistaates gab
es noch relativ enge monetäre Bindungen zwischen dem Deutschen Reich
und Danzig. Die Reichsmark war nach wie vor offzielle Währung, obschon
die 1920 beschlossene "Pariser Konvention" Polen und Danzig
verpflichtete, eine gemeinsame Währung einzuführen.
1923 gab es im Genfer Übereinkommen Einigkeit über
eine eigene Danziger Währung. Geplant war eine Bindung des Danziger
Guldens an das britische Pfund:
1 englisches Pfund = 25 Danziger Gulden = 7,9 g. Gold
Polen sah die Einführung des Danziger Geldes als Vorstufe für eine
gemeinsame Währung an. Der Vertrag sah die Gründung einer Danziger
Zentralbank durch Danziger (75%) und polnische (25%) Banken vor.
Geprägt wurden 1, 2, 5 und 10-Pfennig-Münzen sowie Münzen im Wert
eines halben Guldens, einem Gulden, 5 Gulden und 25 Gulden. Die
Danziger Geldnoten waren so gestückelt: 10, 20, 25, 50, 100, 500
und 1000 Gulden.
Kurze Zeit später führte Polen eine Währungsreform
durch, in der aus Marek und Fen nunmehr Zloty und Groszy wurden.
Festgelegt wurde ein Wechselkurs von 1 : 1 zwischen polnischen Zloty
und Danziger Gulden. Währungsturbulenzen verhinderten jedoch eine
Parität zwischen dem Danziger und dem polnischen Geld, da England
das Pfund aufwertete und Polen den Zloty abwertete. Dies führte
in Danzig zu massiven wirtschaftlichen Problemen mit fallenden Preisen
und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Die Zeit eigenen Danziger Geldes endete mit dem Anschluss
des Freistaates Danzig an das nationalsozialistische Deutschland
im Jahre 1939. Am 1. September 1939 wurde der Danziger Gulden durch
die Reichsmark abgelöst und schon wenige Wochen später verlor der
Danziger Gulden seine Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel.
Für einen Gulden erhielten die Bürger 0,70 Reichsmark. Bankvermögen
wurde mit 0,47 Reichsmark je Gulden bewertet. Die Danziger Zentralbank
wurde von der Reichsbank übernommen.
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