Das Rathaus der Altstadt
Das Rathaus der Altstadt befindet sich in der Pfefferstadt,
einer Gasse, wo einst eindrucksvolle Bürgerhäuser standen. Der letzte
Krieg hat die gesamte Straße ausradiert, mit Ausnahme des Rathauses
der Altstadt, das wie durch ein Wunder nahezu unversehrt blieb.
Das Altstädtische Rathaus ist die erste größere Arbeit des Architekten
Antony von Obbergen. Nach seinen Plänen wurde es in den Jahren 1587
bis 1595 im Stil des niederländischen Manierismus gebaut.
Das auf einem quadratischen Grundriss errichtete Backsteingebäude
besticht durch seine unregelmäßigen Fensterfronten, die Attika und
seinen schlanken Turm. Das Dach wird durch weitere kleine Nadeltürmchen
ergänzt. Der Haupteingang des Rathauses ist wahrscheinlich ein Werk
von Willem van der Meer.
Im Erdgeschoss des Altstädtischen Rathauses befand
sich einst die Stadtwaage sowie Dienstwohnungen von Beamten. Die
eigentlichen Repräsentationsräume sind im ersten Geschoss
untergebracht, in denen die Ratssitzungen und Gerichtsverhandlungen
stattfanden, aber auch Theaterstücke aufgeführt wurden. Erwähnenswert
ist der Deckenschmuck aus dem 17. Jahrhundert, der sich ursprünglich
in einem Patrizierhaus in der Langgasse befand. Er besteht aus Gemälden
von Herrmann Hahn. Das zentrale Bildwerk in der Mitte des Raumes
stellt den Segen Gottes dar, andere Deckengemälde beschreiben allegorisch
bürgerliche Tugenden wie Fleiß, Bildung und Nächstenliebe. Auch
andere Kunstwerke lohnen eine Betrachtung, so zum Beispiel eine
Wand mit Delfter Kacheln oder eine Skulptur aus dem 18. Jahrhundert,
die einen auf Löwen stehenden König darstellt.
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