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 aktualisiert 21.02.08
 
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Der Radaunekanal in der Altstadt

Der Radaunekanal ist schon fast siebenhundert Jahre alt; er wurde 1338 während der Herrschaft des Deutschen Ordens gegraben und kann als das größte Geschenk des Ordens an die Danziger gesehen werden, denn er brachte für die Danziger Altstadt einen mächtigen Entwicklungsschub. Allerdings: Vollkommen uneigennützig war der Bau des Radaunekanals nicht. Er ging zum Schloss des Deutschen Ordens an der Mündung des Kanals in die Mottlau und speiste einen dreifachen Ring von Wassergraben, um das Schloss zu schützen.

Der 13 Kilometer lange Kanal führte das Wasser des Flüsschens Radaune / Radunia nach Danzig und versorgte die Städter mit Wasser und - was noch wichtiger war - mit Energie für Mühlen, Schleifereien, Schmieden und Sägewerke. In einer Chronik des 16. Jahrhunderts schreibt der Italiener Alessandro Gwagnin: "Der Fluß Radaune läuft dank menschlicher Erfindungsgabe in einem gemauerten Gewölbe zu einer ausgezeichneten Mühle. Ihrem Wasser wird zugeschrieben, daß in Danzig ein so gutes Schwarzbier gemacht wird." (zitiert nach: Jerzy Samp, Danzig von A bis Z, Bremen 1997, S. 216f). Mit der "ausgezeichneten Mühle meinte Gwagnin den mächtigen Bau der Großen Mühle, der schon 12 Jahre nach dem Bau des Radaunekanals errichtet wird.

Aber nicht nur Mühlen zogen großen Nutzen aus dem Kanal. Die schon erwähnten Bierbrauereien siedelten ebenso am Radaunekanal wir Tuchfärbereien.

In einer Kanalordnung fasste der Rat der Altstadt die Rechte und vor allen Dingen die Pflichten zusammen, die die Nutzer des Kanals zu erfüllen hatten. Auch Fische und Krebse im Kanal durften nicht von jedermann gefangen werden, sondern die Stadt vergab gegen eine Gebühr besondere Lizenzen.

 
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 Schienensystem im Kanal
 

Noch Mitte des 20. Jahrhunderts befand sich auf dem Grund des Radaunekanals eine Art Eisenbahn. Einmal im Jahr wurde nämlich das Wasser des Kanals abgelassen, um die notwenigen Reinigungs- und Erhaltungsarbeiten durchzuführen. Loren auf dem Boden des Kanals transportierten Unrat ab, der sich im Laufe eines Jahres dort abgelagert hatte.

 
 Militärischer Wert des Radaunekanals
  Nicht nur den Danzigern war der Wert des Radaunekanals bewusst. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen und bei Belagerungen der Stadt Danzig versuchten die Kriegsgegner Danzigs sofort, den Zufluss des Kanals bei Praust zu unterbrechen, um die Stadt ihrer Infrastruktur zu berauben und sie damit auszuhungern.
 
 Radaunekanal und Wasserkunst
  Die Energie des Radaunekanals wurde in früheren Zeiten dazu genutzt, die sogenannte Wasserkunst anzutreiben. Endpunkt der Wasserkunst war der Neptunbrunnen auf dem Langen Markt.