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 aktualisiert 21.02.08
 
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Die polnische Post

Polnische Post
Bild vergrößern!Polnische Post
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In den frühen Morgenstunden des 1. September 1939 eröffnet das Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf die polnischen Posten auf der Westerplatte. Damit beginnt die Okkupation Polens durch Nazi-Deutschland, der Zweite Weltkrieg hat angefangen. Weitere 17 polnische Einrichtungen in Danzig, ein Produkt des Vertrags von Versailles, werden innerhalb kurzer Zeit überrannt. Nur die Angehörigen der polnischen Post haben die Anweisung der polnischen Heeresleitung, dass jeder Widerstand zwecklos sei, nicht übermittelt bekommen. 51 Postler, bewaffnet mit Pistolen und leichten Waffen, liefern den deutschen "Hilfspolizisten" von SA und SS einen 14 Stunden langen Abwehrkampf. Nachdem es den Deutschen gelingt, Benzin in den Keller des Hauses zu leiten und anzuzünden und damit die Polnische Post in ein Flammenmeer verwandelt, müssen die überlebenden Verteidiger aufgeben.

Polnische Post am 1.9.39
Bild vergrößern!Polnische Post 1.9.1939
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38 Polen fallen den Deutschen in die Hände. Die ersten, die das Gebäude der Polnischen Post mit weißen Tüchern verlassen, werden erschossen. Schon eine Woche später, am 8. September 1939, kommt es zu einem Feldkriegsgericht, in dem die restlichen Verteidiger zum Tode verurteilt werden. Die Erschießung durch ein Exekutionskommando der Wehrmacht wird am 5. Oktober 1939 in der Nähe des Friedhofs von Saspe / Zaspa vollstreckt.

Im Jahre 2000 erhalten die Angehörigen der polnischen Opfer des Überfalls auf die polnische Post von der Bundesregierung eine Entschädigung in Höhe von je 5000 Euro.

 
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 Museum der Polnischen Post
 

Polnische Post / Poczta Polska
Heveliusplatz 1/2
plac Obroncow Poczty Polskiej 1/2
Öffnungszeiten:
Mi. bis Fr.: 10.00 bis 16.00 Uhr
Sa. und So.: 10.30 bis 14.00 Uhr
Mo. und Di.: geschlossen

 
 Günther Grass über die Polnische Post
  In der "Blechtrommel" von Günther Grass drängt Oskar seinen mutmaßlichen Vater Bronski am 1.9.1939, mit ihm in die von einem deutschen Polizeikorps belagerte polnische Post zu gehen, damit seine Trommel repariert wird. Oskar und Bronskl geraten in die ersten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs. Die Polen müssen sich ergeben, Bronski wird erschossen. Oskar gibt sich als Kleinkind aus und entkommt.
 
 Denkmal für die Verteidiger der Post
 

Auf dem Platz vor der Polnischen Post steht ein Denkmal aus dem Jahre 1979 nach Entwürfen von Wincenty Kucma und einem Epitaph nach Plänen von Maria und Zygfryd Korpalski. Es zeigt einen verwundeten Postbeamten über verstreuten Postsendungen, der der Siegesgüttin Nike einen Karabiner reicht.

 
 Buchtipp zur Polnischen Post
 

Der Autor Dieter Schenk hat jahrelang in deutschen und polnischen Archiven geforscht, Zeitzeugen befragt und Gerichtsakten studiert. Er hat dabei einen 38-fachen Justizmord an den Verteidigern der Polnischen Post nachweisen können, von NS-Richtern ausgeführt und von bundesdeutschen Justizbehörden jahrelang gedeckt. Die deprimierendste Erkenntnis von Dieter Schenks Recherchen ist die Tatsache, dass die Justizmorde den Richtern bei ihrer Nachkriegskarriere nicht geschadet haben.

Dieter Schenk, Die Post von Danzig Geschichte eines deutschen Justizmords, Reinbeck 1995

Das lesenswerte Buch ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich.